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Sa, 09:40 Uhr
10.12.2011

GeoInfoZentrum Barbarossahöhle

Die Vereinbarung über das GeoInfoZentrum Barbarossahöhle (kn berichtete jüngst)ist unserem Leser Hans-Jürgen Schmidt Veranlassung, eine historische Betrachtung zur Barbarossahöhle wert...

Da die Flöze an der Tagesoberfläche im Kyffhäusergebirge erschöpft waren, drang man in größere Tiefen vor. Eines der bekanntesten Aufschlüsse dieser Art war die Auffahrung des Falkenburger Stollens, heute bekannt unter der Bezeichnung Barbarossahöhle. Die Barbarossahöhle wurde 1865 angefahren. Im Bild ist der Grundriss der Höhle von 1865 aufgezeichnet.

Im Detail gibt es dazu folgende Aussagen: Im August 1860 hatte der Unternehmer VON BORN aus Dortmund damit begonnen, unterhalb der Ruine der Falkenburg und direkt an der alten Straße von Steinthaleben nach Frankenhausen einen Stollen vortreiben zu lassen. Die Arbeiten standen unter der Leitung von Grubeninspektor KLETT aus Frankenhausen, beschäftigt im Braunkohlenwerk Esperstedt und Schichtmeister LEONHARDT aus Udersleben. Gemeinsam mit dem Steiger HEINRICH RODIGER aus Könitz (bei Saalfeld) waren drei Bergleute aus Steinthaleben untertage beschäftigt, die vorher auf dem Braunkohlenschacht bei Bendeleben gearbeitet hatten: CHRISTIAN NACHTWEIDE, AUGUST SCHUMANN und der wenige Jahre später, am 19. August 1869, in der Grube tödlich verunglückte HEINRICH VOLLRODT.

In einem Schreiben an das Hochfürstliche Bergamt zu Könitz wird berichtet, dass "am 20. des Monats Dezember 1865 ein großer hohler Raum - eine Schlotte - angefahren" worden sei. Den Bergleuten wurde damit, gut fünf Jahre nach Beginn ihrer Arbeit, unverhofft ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk zuteil. Sie hatten die Barbarossahöhle entdeckt. Dass die "Schlotte" - so nannte der Bergmann natürliche Höhlen - aber nicht wie sonst üblich mit taubem Gestein versetzt wurde und zugänglich blieb, ist dem Fürstlich Schwarzburgischen Bergmeister FRIEDRICH HIRTUM aus Könitz zu danken.

Skizze-Höhle (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Skizze-Höhle (Foto: Hans-Jürgen Schmidt)

Grundriss des "Falkenburger Stollen" aus dem Jahr 1865 ( A = Falkenburger Stollen, B = großer Bruch dessen Höhe vom Wasserspiegel bis zur Firste 45 - 50 Zoll (ca. 8 -10 m) betragen kann, C = Wasser)

Mit bewundernswerter Weitsicht hatte er sofort nach bekannt werden der Entdeckung von Amts wegen verfügt, die Höhle in ihrer natürlichen Eigenart zu erhalten. Im Einvernehmen mit dem Fürstlichen Finanzkollegium zu Rudolstadt (also der Regierung im heutigen Sinne) konnte er kurz darauf die Erlaubnis für einen öffentlichen Betrieb als Schauhöhle erwirken. Die Entdeckung kam allerdings nicht so unvermutet, wie das oft dargestellt worden ist. Die Bergleute waren schon nach etwa 80 m beim Vortrieb des insgesamt 178 m langen Falkenburger Stollens auf "gesenkten und zerborstenen Gips" gestoßen und ihnen war klar, dass sie sich im Bereich einer zu Bruch gegangenen Schlotte befanden. Wir wissen heute, dass sie den "Olymp" der Barbarossahöhle unterfahren hatten.

Den Bergleuten war sehr daran gelegen, möglichst bald wieder in festes Gebirge und damit näher an das Kupferschieferflöz zu gelangen. Sie befürchteten vor allem unkontrollierte Wasserzuflüsse aus der Höhle und einen zusätzlichen Arbeitsaufwand beim Stollenausbau. Es kam jedoch ganz anders. Nicht der Gewinnung von Kupfer galt forthin ihre Arbeit, sondern der Erschließung eines Naturphänomens von seltener Eigenart und besonderer Schönheit. Bereits wenige Tage später, am Sonntag, den 7. Januar 1866, unternahm der Arbeiterverein Frankenhausen einen Besuch der Höhle.

Am 31. Januar 1866 erließ das Fürstlich Schwarzburgische Bergamt eine Verordnung, die das Betreten und mithin einen regulären Betrieb als Schauhöhle regelte. Der Eintritt wurde auf 5 Silbergroschen pro Person festgesetzt. Die Barbarossahöhle avancierte so zum mit Abstand ersten Ausflugsziel im Kyffhäusergebirge, das im heutigen Sinne als Wirtschaftsbetrieb der Tourismusbrache geführt wird. Richtungsweisend war jedoch die Entscheidung des Bergamtes, der Erhaltung eines Naturdenkmals den Vorrang zu geben und die Interessen des Bergbaus zurückzustellen.
Text uhd Foto: Hans-Jürgen Schmidt
Autor: khh

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