Mi, 07:25 Uhr
14.12.2011
Wetter-Katastrophen 2011 - ein Rückblick (2)
Auch im vergangenen Jahr traten in ganz Deutschland wieder Unwetter auf, die Menschenleben forderten und zu beträchtlichen Schäden führten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den Wetterverlauf im Jahr 2011 Tag für Tag und rund um die Uhr überwacht, etwa 30 000 mal frühzeitig vor gefährlichen Wetterlagen gewarnt und diese dokumentiert. Der zweite Teil: Juni bis November 2011...
Am 6. standen in Hamburg das Rathaus und der Hauptbahnhof unter Wasser, einige S-Bahnhöfe wurden lahm gelegt. Im Wildpark Mechernich, in Nordrhein-Westfalen, starben 30 Hirsche nach einem Blitzschlag. In Oberbayern musste Hagel mit Schneepflügen beseitigt werden. In Deggendorf/Donau fiel nach einem Blitzschlag der Strom aus. Am 15./16. führten Unwetter am Alpenrand zu umgestürzten Bäumen und blockierten die Bahnstrecke Murnau-
Oberammergau. Im Landkreis Regen verbrannten 15 Bienenvölker in einem Gartenhaus nach Blitzeinschlag. Am Wochenende 18./19. kenterten mehrere Boote bei starkem Wind auf dem Bodensee. Am 22. ertrank eine Frau nach dem Kentern ihres Kanus bei Radolfzell im Bodensee. In Konstanz starb eine weitere nach Einsturz eines
Erdbeerstandes. In Heidenheim durchschlug ein Ast eine Autoscheibe - in Mädchen wurde schwer verletzt. Am 29. starb im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eine junge Frau nach einem Unfall auf regennasser Fahrbahn. In Bochum fiel nach Blitzeinschlägen in Teilen der Stadt der Strom aus. In Homberg/Caßdorf (Nordhessen) trat das Flüsschen Efze über die Ufer und spülte Autos davon. Tornados über Wasser wurden am 18. vor Fehmarn und am 23. nahe Borkum beobachtet. Außerdem wurden Tornados am 16. aus Bad Arolsen sowie am 22. aus Altlotheim, einem Stadtteil von Frankenau (beide in Hessen) gemeldet. Dächer wurden abgedeckt und Bäume abgedreht.
Auch Hagel wurde wieder an vielen Tagen beobachtet: Am 4. örtlich vom Schwarzwald bis zu den Alpen, am 5. vom Nordwesten bis in den Süden Deutschlands sowie im Erzgebirge, am 6. örtlich in Schleswig-Holstein, auf und um Rügen, in Berlin sowie entlang einer Linie von Thüringen über Osthessen und das nordöstliche Baden-Württemberg bis nach Bayern, am 11. vereinzelt im Saarland, am 14. vereinzelt in Bayern, am 16. vom Niederrhein bis ins Sauerland sowie am Alpenrand, am 18. in Nordrhein-Westfalen, in Magdeburg sowie auf der Schwäbischen Alb, am 22. in der Rhön und im Erzgebirge sowie in Süddeutschland, am 23. örtlich vom Harz bis zur Oberpfalz, am 24. örtlich in der Mitte Deutschlands und am 29. in der Eifel.
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in Bayern rissen Bäume Oberleitungen herunter und behinderten den
Bahnverkehr, im Kr. Deggendorf wurden Strommasten geknickt. In Rüsselsheim (Hessen) hatte sich eine Familie unter einen Baum geflüchtet und wurde prompt durch einen Blitzschlag an den Füßen verletzt. In Buch (Kr. Neu-Ulm) schlug ein Blitz in ein Haus ein. Es gab drei Verletzte durch die Rauchentwicklung. Am 17. gerieten bei Sturm 36 Boote auf dem Chiemsee in Seenot, 61 Personen mussten von gekenterten Booten gerettet werden. Am 27./28. traf es Teile von Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Ruhrgebiet: Die Innenstadt von Essen stand unter Wasser, die A66 war bei Biebrich vollkommen überflutet, das Polizeipräsidium Wiesbaden und eine Freileitung zum Flughafen Erbenheim wurden vom Blitz getroffen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde wegen unterspülter Gleise und zwischen Rostock und Tessin ein Busersatzverkehr eingerichtet, in Rostock stand die Hauptverkehrsader unter Wasser.
In diesem Monat wurden vier Tornados in Deutschland bestätigt: Am 1. trat morgens über dem Starnberger See und am frühen Nachmittag bei Einsdorf (Sachsen-Anhalt) je ein Tornado auf. Schäden wurden nicht gemeldet. Am 13. traf es am späten Nachmittag den Ort Waldshut-Schmittenau in Baden-Württemberg. Nur geringe Schäden wurden gemeldet. Am Abend wurde der stärkste Tornado mit den größten Folgeschäden aus Sautorn (Bayern) gemeldet: Umgeknickte Bäume und Überlandleitungen sowie abgedeckte Dächer waren die Folge. Auch einen Lkw traf der Wirbel und schob ihn in den Straßengraben. Kaum ein Haus in Sautorn blieb unbeschädigt.
Hagel wurde im Juli an folgenden Tagen beobachtet: Am 1. örtlich in der Südwesthälfte Deutschlands sowie in Bayern, am 2. im Südwesten Bayerns, am 3. in Berlin, am 7. im Erzgebirge und am Südrand der Schwäbischen Alb, am 8. örtlich in Schleswig-Holstein, am 9. auf der Schwäbischen Alb und am Alpenrand, am 10. in den Alpen, am 12./13. in Baden-Württemberg und Bayern, am 18. im Erzgebirge, am 19. bei Buchloe und am 28. am Alpenrand.
Arnheim/Niederlande.
Für den August liegen drei bestätigte Tornadobeobachtungen vor: Am 14. in Lößnitz (Sachsen-Anhalt), am 15. bei Bremerhaven über der Wesermündung und am 18. in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) mit Schäden an Dächern und Bäumen. Bis auf Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein wurde auch in diesem Monat in fast allen Regionen Hagel beobachtet. Insbesondere in der dritten Dekade nahmen die Meldungen an Intensität zu. So fielen u. a. in Grieben im Kreis Stendal am 24. des Monats Hagelkörner mit einem Durchmesser von drei Zentimeter, die Schäden im Obstbau verursachten. Hagelkörner gleicher Größe fielen an diesem Tag auch in Ottrau, Schwalm-Eder-Kreis. Bei Thale im Harz sollen die Hagel-
körner die Größe von Tennisbällen erreicht haben. Zwei Tage später, am 26., suchten weitere Hagelschauer Deutschland heim. Die größten Schäden wurden dabei von der Mosel gemeldet. In Veldenz wurden 300 Dächer durchschlagen und etwa 1000 Hektar Weinberge in Mitleidenschaft gezogen. Ein Millionenschaden entstand in Mühlheim/Mosel, wo 17 Hubschrauber während eines Treffens beschädigt wurden.
Des weiteren traten Schäden durch Hagel auf, hiervon war besonders Peißen in Sachsen-Anhalt betroffen. Dort wurden mehrere 10.000 m² Folie benötigt, um die beschädigten Dächer abzudichten. Stark sinkende Temperaturen und anhaltender Niederschlag führten am 18. und 19. in den höheren Lagen der Alpen zu einem Wintereinbruch. Auf der Zugspitze bildete sich dabei eine 50 Zentimeter hohe Neuschneedecke. Am 11. wurde ein Tornado bei Rosefeld, in der Nähe von Köthen/Sachsen-Anhalt, beobachtet. Es gab Schäden an Bäumen und einzelnen Gebäuden. Hagel wurde am 2. entlang der Schwäbischen Alb und in Franken gemeldet. Vom 4. liegt eine Hagelmeldung aus dem Allgäu vor:
An diesem Tag war die A96 zwischen Memmingen und Mindelheim von einer 30 cm hohen Hagelschicht bedeckt, einzelne Körner waren bis zu 5 Zentimeter dick. Die Autobahn musste mit Schneepflügen geräumt werden. Am 8. wurde auf Rügen Hagel beobachtet. Vermehrt Hagelbeobachtungen gab es am 11. und zwar im Bereich vom Hunsrück über den Taunus, in Osthessen, Unterfranken, Thüringen, Sachsen-Anhalt, bis zur Lausitz und örtlich südlich der Donau. Vereinzelt wurde am 17. nochmals Hagel in Bayern und Thüringen sowie am 18. in Sachsen beobachtet.
Aufgrund von regional dichtem Nebel und Reifglätte gab es schwere Verkehrsunfälle, teilweise als Massenkarambolagen mit vielen Verletzten, aber auch mit Toten. In der Nacht auf den 13. starb ein Mann bei einem Glätteunfall nahe Neumarkt (Oberpfalz) und am 22.
starb bei Biberbach (Oberschwaben) eine Autofahrerin. Auf spiegelglatten Straßen zwischen Essen und Bottrop kam es am 14. auf der A42 zu einem Unfall mit drei beteiligten Fahrzeugen. Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Durch Nebel fielen am gleichen Tag am Flughafen München 33 Maschinen aus. Am 22. stießen im Nebel zwei Schiffe auf der Weser bei Bremerhaven und zwei weitere auf dem Mittellandkanal bei Bohmte (Kr. Osnabrück) zusammen. Glücklicherweise sank keines der beiden Schiffe.
Sturm im Norden ließ am 27. Bäume umknicken und auf Häuser in Pinneberg und Flensburg stürzen. Von den nordfriesischen Inseln wurde viel Sand ins Meer geweht. Auf der Außenelbe kam es windbedingt zu einer Schiffskollision zwischen einem Lotsenboot und einem Containerschiff. Eine Sturmflut setzte sowohl Teile des
Hamburger Fischmarkts, als auch den Uferbereich des Norderneyer Hafens unter Wasser.
Autor: nnzJuni 2011
Schwere Gewitter gab es vom 4. bis 8., 14. bis 16., am 18./19., 21./22. und am 29. des Monats. Die dabei entstandenen Schadensfälle in Deutschland sind kaum zu zählen. Besonders erwähnenswert sind jedoch folgende Ereignisse: Am 4. traf ein Blitz das Stellwerk der Bahn in Alzey – in der Folge gab es Behinderungen auf der Strecke zwischen Worms und Mainz. Am 5. kam es zu starken Überflutungen, vor allem in Alsfeld. Das Flüsschen Berf trat über die Ufer, Autos wurden weggeschwemmt. Im Kreis Siegburg behinderten Erdrutsche den Verkehr. In Königswinter kam ein Mädchen durch den Einsturz einer Mauer ums Leben.Am 6. standen in Hamburg das Rathaus und der Hauptbahnhof unter Wasser, einige S-Bahnhöfe wurden lahm gelegt. Im Wildpark Mechernich, in Nordrhein-Westfalen, starben 30 Hirsche nach einem Blitzschlag. In Oberbayern musste Hagel mit Schneepflügen beseitigt werden. In Deggendorf/Donau fiel nach einem Blitzschlag der Strom aus. Am 15./16. führten Unwetter am Alpenrand zu umgestürzten Bäumen und blockierten die Bahnstrecke Murnau-
Oberammergau. Im Landkreis Regen verbrannten 15 Bienenvölker in einem Gartenhaus nach Blitzeinschlag. Am Wochenende 18./19. kenterten mehrere Boote bei starkem Wind auf dem Bodensee. Am 22. ertrank eine Frau nach dem Kentern ihres Kanus bei Radolfzell im Bodensee. In Konstanz starb eine weitere nach Einsturz eines
Erdbeerstandes. In Heidenheim durchschlug ein Ast eine Autoscheibe - in Mädchen wurde schwer verletzt. Am 29. starb im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eine junge Frau nach einem Unfall auf regennasser Fahrbahn. In Bochum fiel nach Blitzeinschlägen in Teilen der Stadt der Strom aus. In Homberg/Caßdorf (Nordhessen) trat das Flüsschen Efze über die Ufer und spülte Autos davon. Tornados über Wasser wurden am 18. vor Fehmarn und am 23. nahe Borkum beobachtet. Außerdem wurden Tornados am 16. aus Bad Arolsen sowie am 22. aus Altlotheim, einem Stadtteil von Frankenau (beide in Hessen) gemeldet. Dächer wurden abgedeckt und Bäume abgedreht.
Auch Hagel wurde wieder an vielen Tagen beobachtet: Am 4. örtlich vom Schwarzwald bis zu den Alpen, am 5. vom Nordwesten bis in den Süden Deutschlands sowie im Erzgebirge, am 6. örtlich in Schleswig-Holstein, auf und um Rügen, in Berlin sowie entlang einer Linie von Thüringen über Osthessen und das nordöstliche Baden-Württemberg bis nach Bayern, am 11. vereinzelt im Saarland, am 14. vereinzelt in Bayern, am 16. vom Niederrhein bis ins Sauerland sowie am Alpenrand, am 18. in Nordrhein-Westfalen, in Magdeburg sowie auf der Schwäbischen Alb, am 22. in der Rhön und im Erzgebirge sowie in Süddeutschland, am 23. örtlich vom Harz bis zur Oberpfalz, am 24. örtlich in der Mitte Deutschlands und am 29. in der Eifel.
Juli 2011
Rege Tiefdrucktätigkeit sorgte im Juli besonders im Osten und Süden Deutschlands für viel Regen mit teils starken Gewittern. Unzählige Keller liefen voll, Straßen waren wegen Überflutung unpassierbar. Besonders hervorzuheben sind dabei folgende Ereignisse: Am 2./3. wurden aufgrund des schlechten Wetters in Warnemünde die Segelwettbewerbe abgebrochen, in Westmecklenburg schlugen Blitze in zwei Häuser ein und in Zierow, bei Wismar, brannte ein Dachstuhl. Am 07. starb im Kreis Tuttlingen ein Mann durch eine einstürzende Mauer. Am 12./13. wurden im Kreis Tübingen Autos durch herab fallende Äste beschädigt, die Straßenbeleuchtung fiel teilweise aus,
in Bayern rissen Bäume Oberleitungen herunter und behinderten den
Bahnverkehr, im Kr. Deggendorf wurden Strommasten geknickt. In Rüsselsheim (Hessen) hatte sich eine Familie unter einen Baum geflüchtet und wurde prompt durch einen Blitzschlag an den Füßen verletzt. In Buch (Kr. Neu-Ulm) schlug ein Blitz in ein Haus ein. Es gab drei Verletzte durch die Rauchentwicklung. Am 17. gerieten bei Sturm 36 Boote auf dem Chiemsee in Seenot, 61 Personen mussten von gekenterten Booten gerettet werden. Am 27./28. traf es Teile von Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Ruhrgebiet: Die Innenstadt von Essen stand unter Wasser, die A66 war bei Biebrich vollkommen überflutet, das Polizeipräsidium Wiesbaden und eine Freileitung zum Flughafen Erbenheim wurden vom Blitz getroffen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde wegen unterspülter Gleise und zwischen Rostock und Tessin ein Busersatzverkehr eingerichtet, in Rostock stand die Hauptverkehrsader unter Wasser.
In diesem Monat wurden vier Tornados in Deutschland bestätigt: Am 1. trat morgens über dem Starnberger See und am frühen Nachmittag bei Einsdorf (Sachsen-Anhalt) je ein Tornado auf. Schäden wurden nicht gemeldet. Am 13. traf es am späten Nachmittag den Ort Waldshut-Schmittenau in Baden-Württemberg. Nur geringe Schäden wurden gemeldet. Am Abend wurde der stärkste Tornado mit den größten Folgeschäden aus Sautorn (Bayern) gemeldet: Umgeknickte Bäume und Überlandleitungen sowie abgedeckte Dächer waren die Folge. Auch einen Lkw traf der Wirbel und schob ihn in den Straßengraben. Kaum ein Haus in Sautorn blieb unbeschädigt.
Hagel wurde im Juli an folgenden Tagen beobachtet: Am 1. örtlich in der Südwesthälfte Deutschlands sowie in Bayern, am 2. im Südwesten Bayerns, am 3. in Berlin, am 7. im Erzgebirge und am Südrand der Schwäbischen Alb, am 8. örtlich in Schleswig-Holstein, am 9. auf der Schwäbischen Alb und am Alpenrand, am 10. in den Alpen, am 12./13. in Baden-Württemberg und Bayern, am 18. im Erzgebirge, am 19. bei Buchloe und am 28. am Alpenrand.
August 2011
Auch im August kam es verbreitet zu wetterbedingten Schäden. Es sollen nur einige Beispiele genannt werden: Am 4. kam es in Bremen auf Grund von Starkregen zu überfluteten Straßen und Tunneln. Am 6. entgleiste im Mittelrheintal ein Nahverkehrszug, da ein Erdrutsch die Strecke blockierte. 40 Autos wurden am 18. in Bergedorf/Hamburg in einer überfluteten Tiefgarage beschädigt. Am 24. traf es den Südwesten: Gewitterböen deckten im Hunsrück, vom Taunus her bis in den Großraum Gießen, aber auch von Rheinhessen bis in den Main-Kinzig-Kreis viele Dächer ab. Zeitweise wurde im letzteren Bereich auf einigen Strecken der Bahnbetrieb eingestellt. Begleitet wurde das Ganze von Starkregen, der örtlich zu überfluteten Kellern führte. Nach kurzer Atempause traten am 26. weitere Unwetter auf: Dabei erschlug in Koblenz ein herabfallender Ast eine Frau. Umgestürzte Bäume führten zur Sperrung der Bahnstrecke Oberhausen –Arnheim/Niederlande.
Für den August liegen drei bestätigte Tornadobeobachtungen vor: Am 14. in Lößnitz (Sachsen-Anhalt), am 15. bei Bremerhaven über der Wesermündung und am 18. in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) mit Schäden an Dächern und Bäumen. Bis auf Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein wurde auch in diesem Monat in fast allen Regionen Hagel beobachtet. Insbesondere in der dritten Dekade nahmen die Meldungen an Intensität zu. So fielen u. a. in Grieben im Kreis Stendal am 24. des Monats Hagelkörner mit einem Durchmesser von drei Zentimeter, die Schäden im Obstbau verursachten. Hagelkörner gleicher Größe fielen an diesem Tag auch in Ottrau, Schwalm-Eder-Kreis. Bei Thale im Harz sollen die Hagel-
körner die Größe von Tennisbällen erreicht haben. Zwei Tage später, am 26., suchten weitere Hagelschauer Deutschland heim. Die größten Schäden wurden dabei von der Mosel gemeldet. In Veldenz wurden 300 Dächer durchschlagen und etwa 1000 Hektar Weinberge in Mitleidenschaft gezogen. Ein Millionenschaden entstand in Mühlheim/Mosel, wo 17 Hubschrauber während eines Treffens beschädigt wurden.
September 2011
Starke Gewitter sorgten am 4. für voll gelaufene Keller, überflutete Straßen und mehrere Schlammlawinen, hiervon war insbesondere Riestedt bei Sangerhausen in Sachsen-Anhalt betroffen, wo Katastrophenalarm ausgelöst wurde. Ebenfalls betroffen war Bischofferode im Eichsfeld/Thüringen. Eine weitere Gewitterfront hinterließ am 11. vor allem in Bayern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und im Saarland schwere Schäden. Auf der Autobahn A14, nördlich von Halle, waren fünf PKW von Wasser- und Schlammmassen eingeschlossen. Bei St. Goar im Mittelrheintal entgleisten die Lok und vier Waggons eines IC-Zuges, da nach einen starken Gewitter Geröll die Gleise blockierte. In Nordhessen musste die Main-Weser-Bahn bei Wabern ihren Betrieb einstellen. Ebenfalls in Nordhessen, in Hundelshausen (Hessisch-Lichtenau), aber auch in Aschersleben ergossen sich Schlammlawinen in die Orte. Ein herabfallender Ziegel tötete in Bernburg, bei Sachsen-Anhalt, eine Frau. In Zell am Ebersberg (Bayern) wurde das Dach einer Fabrikhalle größtenteils abgedeckt. In Sachsen-Anhalt standen in Lauchstädt, Querfurt und Dessau zahlreiche Straßen unter Wasser.Des weiteren traten Schäden durch Hagel auf, hiervon war besonders Peißen in Sachsen-Anhalt betroffen. Dort wurden mehrere 10.000 m² Folie benötigt, um die beschädigten Dächer abzudichten. Stark sinkende Temperaturen und anhaltender Niederschlag führten am 18. und 19. in den höheren Lagen der Alpen zu einem Wintereinbruch. Auf der Zugspitze bildete sich dabei eine 50 Zentimeter hohe Neuschneedecke. Am 11. wurde ein Tornado bei Rosefeld, in der Nähe von Köthen/Sachsen-Anhalt, beobachtet. Es gab Schäden an Bäumen und einzelnen Gebäuden. Hagel wurde am 2. entlang der Schwäbischen Alb und in Franken gemeldet. Vom 4. liegt eine Hagelmeldung aus dem Allgäu vor:
An diesem Tag war die A96 zwischen Memmingen und Mindelheim von einer 30 cm hohen Hagelschicht bedeckt, einzelne Körner waren bis zu 5 Zentimeter dick. Die Autobahn musste mit Schneepflügen geräumt werden. Am 8. wurde auf Rügen Hagel beobachtet. Vermehrt Hagelbeobachtungen gab es am 11. und zwar im Bereich vom Hunsrück über den Taunus, in Osthessen, Unterfranken, Thüringen, Sachsen-Anhalt, bis zur Lausitz und örtlich südlich der Donau. Vereinzelt wurde am 17. nochmals Hagel in Bayern und Thüringen sowie am 18. in Sachsen beobachtet.
Oktober 2011
Witterungsbedingte Schäden gab es im Oktober sehr wenige. Am 8. führte ein Schauer zu einer mehrere Zentimeter hohen Graupeldecke auf den Autobahnen A44 und 535, am Dreieck Velbert. In der Folge kam es zu einem Massenunfall mit 13 Fahrzeugen. Glättebedingte Unfälle gab es vor allem in Oberbayern mit 13 Verletzten. Auf glatten Straßen kamen am Morgen des 24. im Hunsrück fünf Autos von der Fahrbahn ab und landeten im Graben. Durch gleiche Witterungsumstände ereigneten sich auch im Sauerland und in der Oberpfalz Unfälle, tlw. mit Schwerverletzten. Auch einige Tornados wurden im Oktober beobachtet, allerdings nur über Wasser: Am 7. und am 18. jeweils südwestlich von Helgoland und am 20. südöstlich von Immenstaad am Bodensee. Hagel fiel am 7. in Bayern südlich der Donau, am 8. im Westen und Süden Deutschlands, am 18. in Hattstedt, nördlich von Husum, am 19. örtlich im Norden und Westen sowie am 20. in Weimar.November 2011
Durch extrem geringe Niederschlagsmengen, sanken an mehreren Flüssen die Wasserpegel. Schiffe konnten nicht voll beladen werden und Rheinfähren stellten den Betrieb ein. Im Rhein wurden Fliegerbomben und Luftminen aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. So auch bei Koblenz, wo eine Bombe am 4. Dezember, nach der Evakuierung von 45 000 Einwohnern entschärft wurde. Im Edersee tauchten das untergegangene Dorf und die dazugehörige Brücke auf. Das Wasser des Sees wurde verwendet, damit die Weser schiffbar blieb. Bei anhaltender Trockenheit wurde bei Lenggries in den bayerischen Alpen ein Waldbrand gemeldet.Aufgrund von regional dichtem Nebel und Reifglätte gab es schwere Verkehrsunfälle, teilweise als Massenkarambolagen mit vielen Verletzten, aber auch mit Toten. In der Nacht auf den 13. starb ein Mann bei einem Glätteunfall nahe Neumarkt (Oberpfalz) und am 22.
starb bei Biberbach (Oberschwaben) eine Autofahrerin. Auf spiegelglatten Straßen zwischen Essen und Bottrop kam es am 14. auf der A42 zu einem Unfall mit drei beteiligten Fahrzeugen. Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Durch Nebel fielen am gleichen Tag am Flughafen München 33 Maschinen aus. Am 22. stießen im Nebel zwei Schiffe auf der Weser bei Bremerhaven und zwei weitere auf dem Mittellandkanal bei Bohmte (Kr. Osnabrück) zusammen. Glücklicherweise sank keines der beiden Schiffe.
Sturm im Norden ließ am 27. Bäume umknicken und auf Häuser in Pinneberg und Flensburg stürzen. Von den nordfriesischen Inseln wurde viel Sand ins Meer geweht. Auf der Außenelbe kam es windbedingt zu einer Schiffskollision zwischen einem Lotsenboot und einem Containerschiff. Eine Sturmflut setzte sowohl Teile des
Hamburger Fischmarkts, als auch den Uferbereich des Norderneyer Hafens unter Wasser.
