Fr, 09:33 Uhr
31.05.2013
111 Jahre Sammlung Paula David
Am Samstag erfolgt die Eröffnung der Ausstellung Wie die Südsee nach Sondershausen kam – 111 Jahre Sammlung Paula David Hier einige Informationen vorab
Am 01. Juni 2013 um 14.00 Uhr findet im Schlossmuseum die Vernissage zur Ausstellung statt. Nach Begrüßung durch Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), und Christa Hirschler, Museumsleiterin des Schlossmuseums, erfolgt eine Einführung durch Dr. Marion Melk-Koch, Kustodin am Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig.
Bis heute ist der Name Paula Davids (1862-1941) eng mit der Geschichte des Sondershäuser Museums verbunden. Als Tochter eines jüdischen Fleischermeisters in Sondershausen geboren und in der überschaubaren Welt der fürstlich-schwarzburgischen Residenzstadt aufgewachsen, wanderte sie schon als junge Frau nach Auckland (Neuseeland) aus, wo sie im Jahre 1887 die Gattin des Kaufmanns Moses David (1828?-1906) wurde. An seiner Seite verbrachte sie zehn Jahre auf den Südsee-Inseln Tonga und Samoa, bevor sie sich 1897 mit ihrer Familie in Sydney (Australien) niederließ.
Mit ihrer Heimatstadt Sondershausen blieb Paula David Zeit ihres Lebens in engem Kontakt. Anlässlich eines Besuches im Jahre 1902 übergab sie der Stadt Sondershausen eine mehr als 300 Exponate umfassende ethnographische Sammlung von Waffen, Textilien, Werkzeug und Schmuck verschiedener südpazifischer Inselregionen, die - dem ausdrücklichen Wunsch der Stifterin entsprechend - den erst wenige Monate zuvor gegründeten "Städtischen Sammlungen" einverleibt wurden. Die umfangreiche und wertvolle Zuwendung Paula Davids erhob die in ihren Anfängen recht bescheidene Institution in den Rang eines Museums mit einem von nun an weit über die Darstellung heimatlicher Geschichte hinausreichenden Anspruch. Über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten galt die Sammlung Paula Davids als eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Sondershäuser Museums und wurde fast ununterbrochen ausgestellt, bis sie 1952/53 zusammen mit anderen Ethnographika als "Völkerkundliche Vergleichssammlung" an das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar entliehen wurde.
Von dort gelangte die Sammlung 1957 an das Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, wo sie weitgehend in den Magazinen verborgen blieb und in Vergessenheit geriet. Erst durch Recherchen zur Sondershäuser Museumsgeschichte und zur Biographie Paula Davids, deren in der Mitchell Library in Sydney vor einigen Jahren wieder entdecktes Tagebuchmanuskript die Aufmerksamkeit von Forschern in Deutschland und auf Neuseeland erregte, rückte auch ihre Sammlung ins Blickfeld der Ethnologen. In Zusammenarbeit mit dem Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig ist es gelungen, den lückenhaft überlieferten und bisher von der Wissenschaft kaum wahrgenommenen historischen Sammlungsbestand zu rekonstruieren und für die Öffentlichkeit neu zu erschließen.
111 Jahre nach ihrer Stiftung und mehr als 60 Jahre nach ihrem Abtransport ist die Südsee-Sammlung Paula Davids nach Sondershausen zurückgekehrt. Mit der nun eröffneten Sonderausstellung, die die ethnographischen Sammlungsstücke in ihrem historischen Kontext präsentiert, besinnt sich das Schlossmuseum Sondershausen zugleich auf seine mehr als einhundertjährigen Wurzeln und erinnert an eine bemerkenswerte Frau, die einst die Südsee nach Sondershausen brachte.
Unterstützt wird das Projekt von der Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis.
Die Ausstellung ist zusehen in der Zeit vom 01. 06.2013 bis 22. 09.2013
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr (am 08. 06. und 09. 06. 2013: 10 bis 18 Uhr).
Autor: khhAm 01. Juni 2013 um 14.00 Uhr findet im Schlossmuseum die Vernissage zur Ausstellung statt. Nach Begrüßung durch Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), und Christa Hirschler, Museumsleiterin des Schlossmuseums, erfolgt eine Einführung durch Dr. Marion Melk-Koch, Kustodin am Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig.
Bis heute ist der Name Paula Davids (1862-1941) eng mit der Geschichte des Sondershäuser Museums verbunden. Als Tochter eines jüdischen Fleischermeisters in Sondershausen geboren und in der überschaubaren Welt der fürstlich-schwarzburgischen Residenzstadt aufgewachsen, wanderte sie schon als junge Frau nach Auckland (Neuseeland) aus, wo sie im Jahre 1887 die Gattin des Kaufmanns Moses David (1828?-1906) wurde. An seiner Seite verbrachte sie zehn Jahre auf den Südsee-Inseln Tonga und Samoa, bevor sie sich 1897 mit ihrer Familie in Sydney (Australien) niederließ.
Mit ihrer Heimatstadt Sondershausen blieb Paula David Zeit ihres Lebens in engem Kontakt. Anlässlich eines Besuches im Jahre 1902 übergab sie der Stadt Sondershausen eine mehr als 300 Exponate umfassende ethnographische Sammlung von Waffen, Textilien, Werkzeug und Schmuck verschiedener südpazifischer Inselregionen, die - dem ausdrücklichen Wunsch der Stifterin entsprechend - den erst wenige Monate zuvor gegründeten "Städtischen Sammlungen" einverleibt wurden. Die umfangreiche und wertvolle Zuwendung Paula Davids erhob die in ihren Anfängen recht bescheidene Institution in den Rang eines Museums mit einem von nun an weit über die Darstellung heimatlicher Geschichte hinausreichenden Anspruch. Über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten galt die Sammlung Paula Davids als eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Sondershäuser Museums und wurde fast ununterbrochen ausgestellt, bis sie 1952/53 zusammen mit anderen Ethnographika als "Völkerkundliche Vergleichssammlung" an das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar entliehen wurde.
Von dort gelangte die Sammlung 1957 an das Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, wo sie weitgehend in den Magazinen verborgen blieb und in Vergessenheit geriet. Erst durch Recherchen zur Sondershäuser Museumsgeschichte und zur Biographie Paula Davids, deren in der Mitchell Library in Sydney vor einigen Jahren wieder entdecktes Tagebuchmanuskript die Aufmerksamkeit von Forschern in Deutschland und auf Neuseeland erregte, rückte auch ihre Sammlung ins Blickfeld der Ethnologen. In Zusammenarbeit mit dem Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig ist es gelungen, den lückenhaft überlieferten und bisher von der Wissenschaft kaum wahrgenommenen historischen Sammlungsbestand zu rekonstruieren und für die Öffentlichkeit neu zu erschließen.
111 Jahre nach ihrer Stiftung und mehr als 60 Jahre nach ihrem Abtransport ist die Südsee-Sammlung Paula Davids nach Sondershausen zurückgekehrt. Mit der nun eröffneten Sonderausstellung, die die ethnographischen Sammlungsstücke in ihrem historischen Kontext präsentiert, besinnt sich das Schlossmuseum Sondershausen zugleich auf seine mehr als einhundertjährigen Wurzeln und erinnert an eine bemerkenswerte Frau, die einst die Südsee nach Sondershausen brachte.
Unterstützt wird das Projekt von der Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis.
Die Ausstellung ist zusehen in der Zeit vom 01. 06.2013 bis 22. 09.2013
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr (am 08. 06. und 09. 06. 2013: 10 bis 18 Uhr).

