Do, 13:27 Uhr
15.05.2014
kn-Forum Schiefer Turm
Eines vorweg: Es wäre schön, wenn der Turm der Oberkirche in Bad Frankenhausen auf eine vernünftige nachhaltige Weise gesichert werden könnte so beginnt ein Leserbrief, der kn erreichte. Weiter heißt es...
Ich bin nicht grundsätzlich für den Rückbau des Turmes. Er ist nämlich tatsächlich ein dominantes Merkmal in der Silhouette unserer Kurstadt. Aber viel dominanter ist und wird nach der Sanierung immer mehr der Hausmannsturm. Hier ist durch jahrelanges Drängen der CDU endlich die Sanierung vorangetrieben worden.
Der Schiefe Turm ist von der Stadt auf Grund einer geringen, aber letztendlich nicht weg zu diskutierenden Mehrheit im Stadtrat übernommen worden.
Der Kauf und der Erhalt des Turmes waren mit der Bedingung des Erhalts von Fördermitteln des Landes Thüringen verbunden. Diese Fördermittel sind nicht geflossen.
Trotzdem wurden in den Nachtragshaushalt der Stadt Mittel zur Stabilisierung des Turmes eingestellt. Wir reden hier von sage und schreibe 1.100.000 €.
Grundsätzlich ist das Interesse und Engagement der Retter lobenswert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass bei Nutzung dieser Städtebaufördermittel zukünftig keine anderen Projekte mehr unterstützt werden können, da seit mehreren Jahren das Bauministerium in Erfurt signalisiert, dass auch hier auf Grund knapper Kassen, keine zusätzlichen Gelder fließen.
Bei einer rein objektiven Betrachtung stellt sich mir deshalb die Frage der Nachhaltigkeit.
Selbst für den Fall der Sanierung des Gebäudes ist aber damit auch immer noch nicht der letzte Schritt getan, denn eine Immobilie muss auch unterhalten werden. Ein durchstrukturiertes und nachhaltig realisierbares Konzept ist noch nicht erkennbar. Die geplante gastronomische Einrichtung im nur wenige Meter entfernten Solewasser-Vitalpark hätte das Projekt Schiefer Kirchturm erheblich aufgewertet. Nur ist diese Gastronomie erst kürzlich wegen finanzieller Engpässe eingespart wurden. Fast sämtliche Projekte, die in den letzten Jahren in Bad Frankenhausen angegangen wurden, sind am Ende teils um riesige Summen teurer geworden, als zunächst geplant.
Die Stadt lebt zurzeit ganz einfach über ihren Verhältnissen. Ein weiteres risikobehaftetes Prestigeobjekt wie die Schiefe Kirche bei dem weder die Folgekosten noch die potentiellen Einnahmen abschätzbar sind, kann unserer Kurstadt das Genick brechen. Man sollte aufhören den Bürgern, Medien und Ministerien immer vorzugaukeln, dass die Schiefe Kirche bereits Massen an Touristen in unsere Stadt lockt. Der immer wieder als Argument dienende Australier, der an der Oberkirche begrüßt werden konnte, hat die weite Reise nach Deutschland sicher nicht wegen der Schiefen Kirche auf sich genommen. Natürlich besuchen viele Besucher der Stadt, ob Kurgäste oder Tagestouristen, den Schiefen Turm. Aber sie generieren deshalb nicht bedeutend mehr Einnahmen, da sie auch ohne ihn in der Stadt wären.
Der Oberkirchverein und der Bürgermeister haben in den letzten Jahren viel unternommen um die benötigten Gelder zu akquirieren. Man muss nun kurz vor Torschluss aber einfach ehrlich zu sich und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt sein und akzeptieren, dass das selbst gesteckte Ziel ganz eindeutig verfehlt wurde.
Der Preis zum Erhalt des Schiefen Turmes scheint den Menschen von Bad Frankenhausen und der Region einfach zu hoch zu sein.
Sören Schobeß
Autor: khhIch bin nicht grundsätzlich für den Rückbau des Turmes. Er ist nämlich tatsächlich ein dominantes Merkmal in der Silhouette unserer Kurstadt. Aber viel dominanter ist und wird nach der Sanierung immer mehr der Hausmannsturm. Hier ist durch jahrelanges Drängen der CDU endlich die Sanierung vorangetrieben worden.
Der Schiefe Turm ist von der Stadt auf Grund einer geringen, aber letztendlich nicht weg zu diskutierenden Mehrheit im Stadtrat übernommen worden.
Der Kauf und der Erhalt des Turmes waren mit der Bedingung des Erhalts von Fördermitteln des Landes Thüringen verbunden. Diese Fördermittel sind nicht geflossen.
Trotzdem wurden in den Nachtragshaushalt der Stadt Mittel zur Stabilisierung des Turmes eingestellt. Wir reden hier von sage und schreibe 1.100.000 €.
Grundsätzlich ist das Interesse und Engagement der Retter lobenswert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass bei Nutzung dieser Städtebaufördermittel zukünftig keine anderen Projekte mehr unterstützt werden können, da seit mehreren Jahren das Bauministerium in Erfurt signalisiert, dass auch hier auf Grund knapper Kassen, keine zusätzlichen Gelder fließen.
Bei einer rein objektiven Betrachtung stellt sich mir deshalb die Frage der Nachhaltigkeit.
Selbst für den Fall der Sanierung des Gebäudes ist aber damit auch immer noch nicht der letzte Schritt getan, denn eine Immobilie muss auch unterhalten werden. Ein durchstrukturiertes und nachhaltig realisierbares Konzept ist noch nicht erkennbar. Die geplante gastronomische Einrichtung im nur wenige Meter entfernten Solewasser-Vitalpark hätte das Projekt Schiefer Kirchturm erheblich aufgewertet. Nur ist diese Gastronomie erst kürzlich wegen finanzieller Engpässe eingespart wurden. Fast sämtliche Projekte, die in den letzten Jahren in Bad Frankenhausen angegangen wurden, sind am Ende teils um riesige Summen teurer geworden, als zunächst geplant.
Die Stadt lebt zurzeit ganz einfach über ihren Verhältnissen. Ein weiteres risikobehaftetes Prestigeobjekt wie die Schiefe Kirche bei dem weder die Folgekosten noch die potentiellen Einnahmen abschätzbar sind, kann unserer Kurstadt das Genick brechen. Man sollte aufhören den Bürgern, Medien und Ministerien immer vorzugaukeln, dass die Schiefe Kirche bereits Massen an Touristen in unsere Stadt lockt. Der immer wieder als Argument dienende Australier, der an der Oberkirche begrüßt werden konnte, hat die weite Reise nach Deutschland sicher nicht wegen der Schiefen Kirche auf sich genommen. Natürlich besuchen viele Besucher der Stadt, ob Kurgäste oder Tagestouristen, den Schiefen Turm. Aber sie generieren deshalb nicht bedeutend mehr Einnahmen, da sie auch ohne ihn in der Stadt wären.
Der Oberkirchverein und der Bürgermeister haben in den letzten Jahren viel unternommen um die benötigten Gelder zu akquirieren. Man muss nun kurz vor Torschluss aber einfach ehrlich zu sich und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt sein und akzeptieren, dass das selbst gesteckte Ziel ganz eindeutig verfehlt wurde.
Der Preis zum Erhalt des Schiefen Turmes scheint den Menschen von Bad Frankenhausen und der Region einfach zu hoch zu sein.
Sören Schobeß
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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