Sa, 09:32 Uhr
17.05.2014
Viele Formen, viele Ursachen
Rote Flecken, Knötchen, Bläschen oder Quaddeln, die jucken oder brennen: hinter solchen unangenehmen Hautveränderungen können auch Medikamente stecken. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind neben Allergien oder Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln oder Windpocken die häufigste Ursache für Ausschläge und Kontaktekzeme. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker informieren zum Thema...
Flecken und Rötungen, Quaddeln, Knötchen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen oder eitergefüllte Pusteln, Schuppenbildung und Abschilferung: Ein Exanthem – so bezeichnen Mediziner einen Hautausschlag – kann zu ganz unterschiedlichen Hautveränderungen führen. Meist treten sie plötzlich auf, entweder lokal begrenzt oder am ganzen Körper, Ausbreitung und Aussehen können sich im Verlauf der Erkrankung ändern. Nicht selten kommen Begleitsymptome wie Fieber, Juckreiz, Schmerz oder Brennen hinzu; auch Übelkeit, Schwitzen, Atembeschwerden, Husten oder Lymphknotenschwellungen sind je nach Ursache möglich.
Und die ist meist gar nicht so einfach zu bestimmen: Als größtes Organ des Menschen ist die Haut Schutzmantel gegen äußere Einflüsse und Kontaktstelle für Sinneseindrücke. Zugleich verrät sie oft auch, was sich im Körperinneren und in der Psyche abspielt, erklärt Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis). Ein Exanthem kann zwar auf eine direkte Erkrankung der Haut hinweisen, etwa eine Pilzinfektion, doch häufig liegt die Ursache anderswo: Viele Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Scharlach oder Windpocken bringen Hautveränderungen mit sich. Ebenso können Autoimmun- und Systemerkrankungen, Erkrankungen der inneren Organe oder Gefäßentzündungen die Haut in Mitleidenschaft ziehen, so Seifert. Eine genaue Diagnose kann nur der Arzt stellen, der dazu auch nach eingenommenen Arzneimitteln fragen wird.
Aus gutem Grund, denn gar nicht so selten stecken Medikamente dahinter, wenn die Haut verrücktspielt: Solche Nebenwirkungen treten typischerweise nach wenigen Tagen bis Wochen nach Therapiebeginn auf, oft von Juckreiz begleitet, weiß die Apothekerin und zählt mögliche Auslöser auf: Besonders häufig sind Hautreaktionen auf Acetylsalicylsäure und Antibiotika, beispielsweise Penicillin. Auch bestimmte Antirheumatika, Kortisonpräparate, Antiepileptika und Diuretika sowie Mittel gegen Gicht und Diabetes, Gerinnungshemmer und Krebsmedikamente sind dafür bekannt. Sogar pflanzliche Wirkstoffe wie Mönchspfeffer, Koriander- oder Kümmelöl lösen mitunter Hautveränderungen aus, bei Johanniskraut kann dies unter Einfluss von UV-Licht der Fall sein.
Wer vermutet, dass ein Exanthem auf ein eingenommenes Medikament zurückgeht, kann sich zunächst in der seiner Apotheke Rat holen. Fällt die Reaktion sehr heftig aus – treten etwa Atemnot, Fieber oder Schwellungen auf – sollte man unbedingt den behandelnden Arzt kontaktieren und ggf. sogar den Notarzt rufen. Keinesfalls aber darf man ärztlich verordnete Medikament selbständig absetzen oder die Dosis verändern, warnt Seifert.
Häufig reagiert die Haut auch einfach auf Stoffe, mit denen sie äußerlich in Berührung kommt. Schädliche, aggressive oder giftige Stoffe wie verschiedene Putzmittel oder Pflanzen können eine Unverträglichkeitsreaktion bewirken, die sich als Kontaktekzem zeigt, erläutert Seifert. Bei einer Allergie löst dagegen eine an sich harmlose Substanz – etwa Nahrungsmittel, Tierhaare oder Blütenpollen – einen Abwehrmechanismus des Immunsystems aus, der fast immer auch zu einer Hautreaktion führt. Sie tritt meist unmittelbar auf, nachdem Haut oder Schleimhäute mit dem Allergen in Kontakt gekommen sind, weiß die Apothekerin.
Manchmal verbirgt sich die Ursache dort, wo man sie am wenigsten erwarten würde: in der Hautpflege. Nicht nur auf falsche, auch auf zu intensive Pflege kann die Haut mit Krankheitszeichen antworten. Zu intensiver Gebrauch von Seife bzw. zu häufiges Duschen können den Säureschutzmantel – dieser ist die erste Abwehrbarriere unserer Haut - zerstören und damit die Haut anfällig für Schädigungen machen.
Einzelne Inhaltsstoffe, vor allem Duftstoffe, können zudem allergische Reaktionen auslösen, erläutert Seifert. Wer sehr empfindliche Haut hat und/oder zu Allergien neigt, kann sich in der Apotheke beraten lassen, welche Pflege zum eigenen Hauttyp passt. Dort hält man auch die passenden Pflegeprodukte bereit.
Autor: redFlecken und Rötungen, Quaddeln, Knötchen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen oder eitergefüllte Pusteln, Schuppenbildung und Abschilferung: Ein Exanthem – so bezeichnen Mediziner einen Hautausschlag – kann zu ganz unterschiedlichen Hautveränderungen führen. Meist treten sie plötzlich auf, entweder lokal begrenzt oder am ganzen Körper, Ausbreitung und Aussehen können sich im Verlauf der Erkrankung ändern. Nicht selten kommen Begleitsymptome wie Fieber, Juckreiz, Schmerz oder Brennen hinzu; auch Übelkeit, Schwitzen, Atembeschwerden, Husten oder Lymphknotenschwellungen sind je nach Ursache möglich.
Und die ist meist gar nicht so einfach zu bestimmen: Als größtes Organ des Menschen ist die Haut Schutzmantel gegen äußere Einflüsse und Kontaktstelle für Sinneseindrücke. Zugleich verrät sie oft auch, was sich im Körperinneren und in der Psyche abspielt, erklärt Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis). Ein Exanthem kann zwar auf eine direkte Erkrankung der Haut hinweisen, etwa eine Pilzinfektion, doch häufig liegt die Ursache anderswo: Viele Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Scharlach oder Windpocken bringen Hautveränderungen mit sich. Ebenso können Autoimmun- und Systemerkrankungen, Erkrankungen der inneren Organe oder Gefäßentzündungen die Haut in Mitleidenschaft ziehen, so Seifert. Eine genaue Diagnose kann nur der Arzt stellen, der dazu auch nach eingenommenen Arzneimitteln fragen wird.
Aus gutem Grund, denn gar nicht so selten stecken Medikamente dahinter, wenn die Haut verrücktspielt: Solche Nebenwirkungen treten typischerweise nach wenigen Tagen bis Wochen nach Therapiebeginn auf, oft von Juckreiz begleitet, weiß die Apothekerin und zählt mögliche Auslöser auf: Besonders häufig sind Hautreaktionen auf Acetylsalicylsäure und Antibiotika, beispielsweise Penicillin. Auch bestimmte Antirheumatika, Kortisonpräparate, Antiepileptika und Diuretika sowie Mittel gegen Gicht und Diabetes, Gerinnungshemmer und Krebsmedikamente sind dafür bekannt. Sogar pflanzliche Wirkstoffe wie Mönchspfeffer, Koriander- oder Kümmelöl lösen mitunter Hautveränderungen aus, bei Johanniskraut kann dies unter Einfluss von UV-Licht der Fall sein.
Wer vermutet, dass ein Exanthem auf ein eingenommenes Medikament zurückgeht, kann sich zunächst in der seiner Apotheke Rat holen. Fällt die Reaktion sehr heftig aus – treten etwa Atemnot, Fieber oder Schwellungen auf – sollte man unbedingt den behandelnden Arzt kontaktieren und ggf. sogar den Notarzt rufen. Keinesfalls aber darf man ärztlich verordnete Medikament selbständig absetzen oder die Dosis verändern, warnt Seifert.
Häufig reagiert die Haut auch einfach auf Stoffe, mit denen sie äußerlich in Berührung kommt. Schädliche, aggressive oder giftige Stoffe wie verschiedene Putzmittel oder Pflanzen können eine Unverträglichkeitsreaktion bewirken, die sich als Kontaktekzem zeigt, erläutert Seifert. Bei einer Allergie löst dagegen eine an sich harmlose Substanz – etwa Nahrungsmittel, Tierhaare oder Blütenpollen – einen Abwehrmechanismus des Immunsystems aus, der fast immer auch zu einer Hautreaktion führt. Sie tritt meist unmittelbar auf, nachdem Haut oder Schleimhäute mit dem Allergen in Kontakt gekommen sind, weiß die Apothekerin.
Manchmal verbirgt sich die Ursache dort, wo man sie am wenigsten erwarten würde: in der Hautpflege. Nicht nur auf falsche, auch auf zu intensive Pflege kann die Haut mit Krankheitszeichen antworten. Zu intensiver Gebrauch von Seife bzw. zu häufiges Duschen können den Säureschutzmantel – dieser ist die erste Abwehrbarriere unserer Haut - zerstören und damit die Haut anfällig für Schädigungen machen.
Einzelne Inhaltsstoffe, vor allem Duftstoffe, können zudem allergische Reaktionen auslösen, erläutert Seifert. Wer sehr empfindliche Haut hat und/oder zu Allergien neigt, kann sich in der Apotheke beraten lassen, welche Pflege zum eigenen Hauttyp passt. Dort hält man auch die passenden Pflegeprodukte bereit.
