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Mo, 18:54 Uhr
17.08.2015
Krisenstab tagte im Eichsfeld

Ein Feuerwehrmann wurde Opfer des Unwetters

Der Krisenstab des Landkreises Eichsfeld traf sich um 16:00 Uhr zu einer Lagebesprechung der im Umfeld des Rusteberges in der vergangenen Nacht zu beklagenden Unwetterlage.....


Dabei wurde vorab festgestellt, dass der "Katastrophenfall" nicht ausgelöst wurde, obgleich diese Frage tagsüber, im Sinne einer dennoch gegebenen Notwendigkeit, wiederholt hinterfragt wurde.

Der Geschehensverlauf stellte sich dann wie folgt dar:
Um 20:41 Uhr ging die erste Meldung bei der Rettungsleitstelle des Landkreises ein, dass im Bereich Wahlhausen/Lindewerra steigende Pegel verzeichnet würden. Beobachtet wurde der weitere Anstieg der Niederschlagsmengen.

Insgesamt wurden 19 Gemeinden mit Starkniederschlag erfasst. Gegen 23:00 Uhr wurde die Leitstelle mit Herrn Dietrich verstärkt -eine halbe Stunde später trat der Sachgebietsleiter, Herr Heise, mit hinzu. Die überwiegende · Zahl der Meldungen ging bis 0:30 Uhr ein. Die Feuerwehren waren bereits im Einsatz.
Auf Veranlassung der Leitstelle wurde die Einsatzgruppe 1 des Katastrophenschutzes zur Unterstützung in den Gemeinden nachgezogen.

Sammelpunkt der Einsatzfahrzeuge des Kat-Schutzes war die Feuerwehr Heiligenstadt -insgesamt 5 Fahrzeuge -weitere 3 Fahrzeuge fuhren direkt in die Orte. (Gefahrgutzug im Bereich Rustenfelde -Abpumpen von Öltanks). Der Messtrupp ging dem auftretenden Gasgeruch nach.

Gegen 1:00 Uhr wurde eine Unterspülung der B 80 in Höhe Miwepa festgestellt und daraufhin die Straßensperrung veranlasst. Von der Landesstraße 1002 (Gerbershausen-Hohengandern) wurde in den Morgenstunden ein größerer Erdrutsch gemeldet, von dem auch Versorgungsleitungen der Gasversorgung, Energie und Telekom betroffen waren. Daraufhin wurde diese Straße von der Polizei gesperrt.

Über die Autobahnsperrung der A38 im Bereich Heidkopftunnel wurde der Landkreis gegen 1 :00 Uhr durch die Autobahnmeisterei Göttingen informiert.
Um 4: 30 Uhr wurde die Sanitäts-und Betreuungsgruppe des Kat-Schutzes nach Rustenfelde beordert, um die dort tätigen Einsatzkräfte zu versorgen.

Das Einsatzgeschehen erstreckte sich bis in die Morgenstunden und verdichtete sich zunehmend auf den Bereich Rustenfelde, Burgwalde. In Rustenfelde wurden 15 Personen evakuiert.

Insgesamt wurde eingeschätzt, dass die Zahl der bereitgestellten Einsatzkräfte ausreichend war. Ihre Personenzahl wurde mit ca. 350 beziffert. Nach 7:00 Uhr (Dienstbeginn in der Verwaltung) begann die Arbeit der Begutachtung durch die Fachkräfte. Zu diesen gehörten das Umweltamt, die Liegenschaftsverwaltung des Landkreises, die Eichsfeldwerke sowie die Straßenverkehrsbehörde.

Zur Reinigung der Straßen wurden die Firma Gunkel
(Umweltdienst), TWE Uder sowie die Kanalreinigung der Eichsfeldwerke beauftragt. Die Firma TSI trug Verantwortung für die Bundes­- und Landesstraßen.

Im Bereich Rustenfelde wurden gegen Morgen auslaufende Öltanks festgestellt, was zur Veranlassung von Ölsperren in der Leine im Bereich Eckstieg führte. Hinzu kam eine weitere Ölsperre im Bereich Arenshausen, die jedoch später wieder aufgegeben wurde.

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In Rustenfelde erwiesen sich ein Wohnhaus und eine Scheune als einsturzgefährdet. Zur Abwehr wurde das THW in der Nacht hinzugezogen. Nach deren Begutachtung und Geländesicherung wurde jedoch von weitergehenden Sicherungen abgesehen.
Vertreter des Kreisfeuerwehrzentrums vergewisserten sich in mehreren Kontrollen über die vorhandene Sicherheitslage und unterstützten die Wiederherstellung der Gasversorgung. Über die intensiven Aufräumungsarbeiten wurde berichtet.

Gegen 10:30 Uhr trafen erste Meldungen darüber ein, dass im Bereich des Rustebachtales eine Person geborgen werden sollte. Der Hinweis hierauf war von einem Bauern gegeben worden. Mitarbeiter der Kreisfeuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes sowie verschiedener Kameraden der Feuerwehr Arenshausen übernahmen dann die Bergung des Toten -ca. 2 Km von der Bundesstraße entfernt.

Anhand der Einsatzkleidung -Hose und Stiefel -war zu vermuten, dass es sich bei dem Toten um einen Angehörigen der Feuerwehr handeln musste. Der Notarzt hatte zuvor den Tod festgestellt und die Kriminalpolizei nachbeordert. Die Bergung über den Bach erwies sich mit Leitern als recht kompliziert und war gegen 13: 30 Uhr abgeschlossen. Bis dahin war die Identität des Toten noch nicht festgestellt. In Zusammenarbeit mit der Kripo verdichteten sich die Hinweise schließlich auf einen Feuerwehrmann aus Rustenfelde, der über seine Mutter als vermisst gemeldet war.

Den Hinweis erbrachte der aufgefundene Helm, in welchem der Name des Feuerwehrmannes eingetragen war. Nach Beratungen mit dem Notfallseelsorger und der Kripo konnte ab 14:30 Uhr von der klaren Identität des Feuerwehrmannes ausgegangen werden, welche zur Stunde dennoch amtlich noch nicht festgestellt worden ist.

Über einen längeren Zeitraum war auch ein zweiter Feuerwehrmann vermisst worden, welcher per Hubschrauber durch den Leiter der Polizeiinspektion gesucht wurde. Gegen 14.15 Uhr war dann aber die Unversehrtheit des gesuchten weiteren Feuerwehrmannes bekannt geworden.

Als Landrat war ich gegen 2:30 Uhr in der Nacht von den starken Naturereignissen am Telefon unterrichtet worden, ohne dass man eine solche Dimension zu diesem Zeitpunkt hätte bereits abschätzen können. Am Vormittag suchte ich die Gemeinden auf und setzte als direkten Ansprechpartner für die Erwartungen an den Landkreis den Mitarbeiter Kreisstraßen - Herrn Geburtzky ­ein. Dieser nahm zu den betroffenen Bürgermeistern Kontakt auf. Über diesen Weg wird jetzt zu ermitteln sein, welche direkten und weiteren Hilfen erwartet werden und in welch einem Umfang diese tatsächlich erbracht werden können.

Im Ergebnis des heutigen Tages wurden weitere Festlegungen getroffen: Instandsetzung der B80 -einseitige Befahrung durch Ampel möglich Entlastung der Baustelle durch ein Verschieben des Baubeginnes Großtöpfer um derzeit 24 Stunden.

Der Krisenstab würdigte die gewaltigen Leistungen aller Einsatzkräfte und zeigte sich bestürzt über den Tod des zu beklagenden Kameraden. Er drückt den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus.
Landrat Dr. Werner Henning
Autor: en

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