Fr, 10:37 Uhr
21.08.2015
Stromkosten im internationalen Vergleich
Betriebe nicht weiter belasten
Zur Finanzierung der Energiewende werden die Kosten der Förderung erneuerbarer Energien in Deutschland vorwiegend über die Energiepreise, insbesondere die Strompreise, auf die Endverbraucher umgelegt. Um die Belastungen insbesondere für die energieintensive Industrie zu begrenzen, hat die Bundesregierung dabei unterschiedliche Ausnahmeregelungen geschaffen...
Eine aktuelle Studie des Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat nun den gesamtwirtschaftlichen Nutzen von Ausnahmeregelungen bei Umlagen und Steuern für das produzierende Gewerbe und die energieintensiven Industrien bestätigt.
Die Studie zeigt einmal mehr, dass die Ausnahmetatbestände zur Aufrechterhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gerechtfertigt und notwendig sind, sagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. In Thüringen seien aktuell 150 Unternehmen durch die Besondere Ausgleichsregelung des Erneuerbar-Energien-Gesetzes (EEG) begünstigt.
Das ist aber lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein und keine wirkliche finanzielle Entlastung für die Firmen, gibt Grusser zu bedenken. Schließlich würden deutsche Strompreise um das Zwei- bis Dreifache über denen in den USA und etwa 40 Prozent über dem Niveau des wirtschaftsstarken Nachbarlandes Frankreich liegen. Obendrein zahlten die Thüringer regional auch noch mehr als den ohnehin hohen Bundesdurchschnittspreis.
Fielen jetzt auch noch die Entlastungsmöglichkeiten für energieintensive Betriebe weg, wäre die Wettbewerbsfähigkeit Thüringer Unternehmen empfindlich getroffen, warnt der IHK-Chef. Hier müsse weitergedacht werden. So könne eine Reform der regional anfallenden Netznutzungsentgelte für Thüringen insgesamt eine Entlastung bringen.
Die Studie habe belegt, dass für einzelne, besonders stromintensive deutsche Unternehmen in den untersuchten Sektoren Chemie, Papier, Stahl, Aluminium, Kupfer und Textil der Wegfall der Privilegien zu einer Strompreiserhöhung um knapp acht Cent je Kilowattstunde führt. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf die heutigen Preise, die Produktion und Wettbewerbsfähigkeit hier ansässiger Firmen und damit auch deutliche, negative gesamtwirtschaftliche Effekte: Die Produktion zahlreicher Güter in Deutschland würde sich nicht mehr tragen, Preissteigerungen bei den Produkten wären die Folge.
Die durchschnittlichen Produktionskosten in Deutschland stiegen um bis zu 3,5 Prozent mit direkten negativen Auswirkungen auf das Exportgeschäft. Bei Wegfall der Besonderen Ausgleichsregelung könnten so rund 45.000 Arbeitsplätze in Gefahr geraten.
Der Bericht zeige zudem, dass sich der durchschnittliche Energieverbrauch pro Haushalt in den untersuchten Ländern deutlich unterscheidet. Während die gasfördernden Staaten wie die Niederlande und das Vereinigte Königreich stark auf diese Ressource zurückgriffen, verbrauchten die Franzosen 46 Prozent ihrer Energie aus Strom. Deutsche Haushalte setzten einen Energieträgermix ein, wobei Gas mit 58 Prozent dominiere. Verdeutlicht werde einmal mehr, dass die Deutschen zwar den geringsten Stromverbrauch aber bei den höchsten Stromkosten aufwiesen.
Autor: redEine aktuelle Studie des Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat nun den gesamtwirtschaftlichen Nutzen von Ausnahmeregelungen bei Umlagen und Steuern für das produzierende Gewerbe und die energieintensiven Industrien bestätigt.
Die Studie zeigt einmal mehr, dass die Ausnahmetatbestände zur Aufrechterhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gerechtfertigt und notwendig sind, sagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. In Thüringen seien aktuell 150 Unternehmen durch die Besondere Ausgleichsregelung des Erneuerbar-Energien-Gesetzes (EEG) begünstigt.
Das ist aber lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein und keine wirkliche finanzielle Entlastung für die Firmen, gibt Grusser zu bedenken. Schließlich würden deutsche Strompreise um das Zwei- bis Dreifache über denen in den USA und etwa 40 Prozent über dem Niveau des wirtschaftsstarken Nachbarlandes Frankreich liegen. Obendrein zahlten die Thüringer regional auch noch mehr als den ohnehin hohen Bundesdurchschnittspreis.
Fielen jetzt auch noch die Entlastungsmöglichkeiten für energieintensive Betriebe weg, wäre die Wettbewerbsfähigkeit Thüringer Unternehmen empfindlich getroffen, warnt der IHK-Chef. Hier müsse weitergedacht werden. So könne eine Reform der regional anfallenden Netznutzungsentgelte für Thüringen insgesamt eine Entlastung bringen.
Die Studie habe belegt, dass für einzelne, besonders stromintensive deutsche Unternehmen in den untersuchten Sektoren Chemie, Papier, Stahl, Aluminium, Kupfer und Textil der Wegfall der Privilegien zu einer Strompreiserhöhung um knapp acht Cent je Kilowattstunde führt. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf die heutigen Preise, die Produktion und Wettbewerbsfähigkeit hier ansässiger Firmen und damit auch deutliche, negative gesamtwirtschaftliche Effekte: Die Produktion zahlreicher Güter in Deutschland würde sich nicht mehr tragen, Preissteigerungen bei den Produkten wären die Folge.
Die durchschnittlichen Produktionskosten in Deutschland stiegen um bis zu 3,5 Prozent mit direkten negativen Auswirkungen auf das Exportgeschäft. Bei Wegfall der Besonderen Ausgleichsregelung könnten so rund 45.000 Arbeitsplätze in Gefahr geraten.
Der Bericht zeige zudem, dass sich der durchschnittliche Energieverbrauch pro Haushalt in den untersuchten Ländern deutlich unterscheidet. Während die gasfördernden Staaten wie die Niederlande und das Vereinigte Königreich stark auf diese Ressource zurückgriffen, verbrauchten die Franzosen 46 Prozent ihrer Energie aus Strom. Deutsche Haushalte setzten einen Energieträgermix ein, wobei Gas mit 58 Prozent dominiere. Verdeutlicht werde einmal mehr, dass die Deutschen zwar den geringsten Stromverbrauch aber bei den höchsten Stromkosten aufwiesen.