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Do, 00:01 Uhr
17.03.2016
"Die Reformation in den schwarzburgischen Landen"

Thüringen im Jahrhundert der Reformation

Thüringen im Jahrhundert der Reformation

"Die Ausbreitung und Verfestigung der lutherischen Reformation ist untrennbar mit dem mitteldeutschen Raum verbunden - insbesondere mit dem heutigen Freistaat Thüringen; einem Kernland der Reformation". Das machte gestern Dr. Alexander Krünes in einem Vortrag im Panorama Museum Bad Frankenhausen nochmals klar. Die Stadt Bad Frankenhausen kündigte ein besondere Jubiläumsfeier an...

Nur noch wenige Plätze waren gestern am Abend in der Eingangshalle des Panorama Museums frei, als es in dem Vortrag um "Die Reformation in den schwarzburgischen Landen" ging.

Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Rahmen der Reformationsjubiläumsfeierlichkeiten präsentierte das Panorama Museum in seiner Studiogalerie zu ungewohntem Zeitpunkt diesen Vortrag, und Hans-Joachim Warnecke Vorstandsmitglied der Kyffhäusersparkasse Artern-Sondershausen freute sich bei der Begrüßung dass bis auf einzelne Restplätze die Eingangshalle gefüllt war. Es ist bereits die 16. Veranstaltung in dieser Reihe und sechs folgen noch, so auch noch in Nordhausen.

Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mathhias Strejc (SPD), Bürgermeister der Stadt Bad Frankenhausen, überbrachte die Grußwort der Stadt Bad Frankenhausen. Er erinnerte an das großartige Ereignis der Nordthüringer Kulturnacht, die erst am Samstag hier eröffnet wurde.

Der Ort auf dem das Panorama Museum steht ist historisch "belastet" fand doch hier am 15. Mai 1525 auf dem Schlachtberg die entscheidende Schlacht im Bauernkrieg statt. Das Monumentalbild von Tübke, hier im Museum erinnert an die Schlacht und stellt über 3.000 Personen dar.

Strejc kündigte an, dass Bad Frankenhausen sich nicht nur im Lutherjahr stark engagieren wird, sondern den 500. Jahrestag der Bauernschlacht mit besonderen Veranstaltungen würdigen wird.

Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dr. Thomas A. Seidel, Beauftragter der Thüringer Landesregierung zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums „Luther 2017“ überbrachte die Grüße aus der Staatskanzlei. Er verwies auf das Netzwerk Reformation, dass bereits seit 2011 besteht.

Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Einführung in den Vortrag hielt Prof. Dr. Werner Greiling, Vorsitzender der Historischen Kommission für Thüringen. Schwerpunkttag wird der 31.Oktober 2017 sein (Reformationstag), auch wenn das Anschlagen der Thesen von Luther wohl mit Sicherheit nicht an einem 31.Oktober geschah. Aber es sei das Symboldatum.

Bevor es zum eigentlichen Vortrag kam, wurde daran erinnert, dass die Veranstaltungsreihe u.a. von der Thüringer Staatskanzlei, der Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen), der Sparkassen-Kulturstiftung und der heutige Vortrag speziell von der Kyffhäusersparkasse unterstützt wird.

Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dr. Alexander Krünes brachte in seinem Vortrag „Die Reformation in den schwarzburgischen Landen“ viele bekannte Fakten, beleuchtete aber auch Dinge, so bestimmt nicht allen Anwesenden bekannt waren, besonders was die Schwarzburger anging.

Die Reformation in Thüringen war ein ausgesprochen vielschichtiger Prozess. Anders als im ernestinischen Kurfürstentum Sachsen, dem größten politischen Akteur im Thüringer Raum um 1500, verlief die Einführung der Reformation in den kleineren thüringischen Staaten alles andere als geradlinig.

Neben den Reußen nehmen vor allem die Schwarzburger eine Sonderstellung in der thüringischen Reformationsgeschichte ein. Das Schwarzburger Grafengeschlecht besaß am Ausgang des Mittelalters ein Territorium, das sich in eine Ober- und eine Unterherrschaft teilte. Die beiden wichtigsten Zentren in den schwarzburgischen Landen waren Arnstadt in der Oberherrschaft und Sondershausen in der Unterherrschaft.

Die Schwarzburger Grafen waren stets darauf bedacht, ihre Eigenständigkeit gegenüber ihren Nachbarn, den mächtigen Ernestinern, zu bewahren. Aufgrund der politischen Konkurrenz zu Kursachsen nahmen sie zunächst eine eher ablehnende Haltung zur reformatorischen Bewegung ein. Als auf ihrem Gebiet bei Frankenhausen im Mai 1525 eine der bedeutendsten Schlachten des Bauernkrieges stattfand, dürfte das ihre Vorurteile gegen die Reformation noch weiter bestärkt haben.

Dennoch kam es unter Heinrich XXXII. (1538) zwischen 1531 und 1533 zur Einführung der Reformation in der Oberherrschaft. Und auch in der Unterherrschaft konnte sich die Reformation nach 1540 unter der Herrschaft von Günther XL. (1499-1552) schließlich dauerhaft durchsetzen, obwohl man aus Machtgründen länger am Katholizismus festhielt.

Mit viel Beifall wurde der hochinteressante, aber nicht einfache Vortrag aufgenommen, weil die Vielzahl an historischen Fakten und Namen doch beeindruckte. Interessant dabei die Auffassung von Dr. Krünes, dass der Bauernkrieg eher die Durchsetzung Reformation hinderte, als sie unterstützte.
Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Thüringen im Jahrhundert der Reformation (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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