Do, 00:39 Uhr
05.01.2017
Neues aus Bad Frankenhausen
Sonderausstellung in der Studiogalerie
Zur Eröffnung der Sonderausstellung Das Stundenbuch – Ein kindlicher Blick auf die Stunden des Tages nächste Woche Samstag in der Studiogalerie des Panorama Museums Bad Frankenhausen hier weitere Informationen...
Am Samstag, dem 14. Januar, ab 14:00 Uhr wird die Sonderausstellung Das Stundenbuch – Ein kindlicher Blick auf die Stunden des Tages in der Studiogalerie des Panorama Museums im Beisein von hoffentlich vielen Urhebern der ausgestellten Werke und Gästen eröffnet werden. Momentan stehen die Bilder noch an den Wänden herum, erwarten ihre Hängung und auch einige Gestaltungsdetails warten noch auf ihre endgültige Platzierung.
Alles braucht eben seine Zeit und die steht im Zentrum dieser Schau. Alles begann vor zwei Jahren. Da startete Museumspädagoge und Freizeitkünstler Fred Böhme zusammen mit zwei Mitstreitern ein Künstlerbuch-Projekt, bei dem den einzelnen Stunden des Tages Bilder in Form von Druckgrafiken - bevorzugt Radierungen - und kleine persönliche Reflexionen über die jeweilige Stunde des Tages gewidmet sein sollten.
Foto Mia,Klara Kiku 16, Untertitel: Kinder des Panorama-Kinderkurses beim Radieren; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Titel des Projektes in Anlehnung und gewissermaßen Neudeutung der mittelalterlichen Andachtslektüre Das Stundenbuch. Als wenig später der Kinderkurs wieder neu anfing und die Teilnehmer keine eigenen Projektideen parat hatten, erzählte der Kursleiter von seinem eigenen künstlerischen Vorhaben. Augenscheinlich war das etwas, was die Kinder selbst gern probiert hätten und so begannen sie im Februar 2015 ihrerseits erst Entwürfe und dann Kaltnadelradierungen zu einzelnen Tagesstunden auszuführen, also ganz persönliche Bildreflexionen über eine Stunde oder ein besonderes Erlebnis zu der jeweiligen Stunde auszuführen.
Anfänglich radierten die Kinder wie im Blindflug, denn die Lichtverhältnisse in der Studiogalerie, wohin der Kurs wegen der damaligen Bauarbeiten in der museumspädagogischen Werkstatt ausweichen musste, waren alles andere als ideal. Erste Probeabzüge veranschaulichten die gestalterischen Mängel, es begann der zähe Prozess der Überarbeitung und des Ringens um die endgültige Form, was nicht alle Kursteilnehmer gleichermaßen gut konnten. Gerade Kinder im Grundschulalter konzentrieren sich oft lediglich auf die Konturenzeichnung ihres Motives, die grafische Ausgestaltung der umrandeten Flächen spielt für sie eher eine untergeordnete Rolle. Sie entdeckten nach und nach die Vorzüge des Roulettes, des Schabers und des Polierers, also von Radierwerkzeugen, mit denen sich über die spitze Nadel hinaus verblüffende Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Allerdings hatte der Kurs damals 16 und nicht 24 Teilnehmer und so war im Sommer 2015 das Stundenbuch des Kinderkurses noch unvollständig.
Nach einem spannenden Intermezzo mit Porträts von Musikern des Loh-Orchesters im Herbst 2015 konnten sich die Kinder erst wieder ab Februar 2016 den noch fehlenden Radierungen ihres Stundenbuches widmen. Nun mit verbesserten Lichtverhältnissen in der angestammten Werkstatt wurden in einem zweiten Anlauf die noch offenen Stunden bearbeitet. Gerade diejenigen, die nun eine zweite Radierung ausführten, bewiesen, dass sie nun schon eine gewisse Erfahrung im Umgang mit den Werkzeugen und der Kunststoffplatte hatten, in die sie ihr Motiv hinein ritzten. Letztlich sind etwa 30 Radierungen entstanden, die schon wegen ihrer Originalität und Unmittelbarkeit ausgestellt gehören und hier nun erstmals vollständig gezeigt werden sollen.
Im zweiten Teil der Schau sind Federzeichnungen von Kindern der ehemaligen Schmücke-Grundschule Heldrungen zu sehen, die bei ihrem alljährlichen Besuch des Panorama Museums durch das Projekt des Panorama-Kinderkurses angeregt, Bildideen zu folgendem Thema zu erfinden hatten: Zu einer bestimmten Stunde des Tages taucht ein Motiv aus dem Panorama-Gemälde bei uns zu Hause, in der Schule oder in einer ganz alltäglichen Situation (nun aber sehr real) auf.
Die Grundschüler waren mit Feuereifer dabei, ihre wilden, fantasievollen Kompositionen zu fabulieren. Im Unterricht ließ ihre Kunsterzieherin Frau Bittner sie daran weiter weiterarbeiten, die Kompositionen verdichten und sie letztlich mit Feder und Tusche ausführen. Die hier gezeigte Auswahl der Resultate veranschaulicht, wie viel Geschick und Mühe die Kinder dafür aufbringen mussten. Auch diese zum Teil sehr expressiven Arbeiten sind unbedingt sehenswert.
Einige der gezeigten Werke waren recht erfolgreiche Wettbewerbsbeiträge bei der letzten JugendKunstBiennale in Heiligenstadt. Die Ausstellung kann nach der Eröffnung am 14. Januar, zu der alle interessierten Kunstfreunde herzlich eingeladen sind, bis zum 26. Februar 2017 während der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos.
Foto Elisaveta-Yordanova-Die-4-Stunde, Untertitel: Die 4. Stunde, Kaltnadelradierung von Elisaveta Yordanova; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Autor: khhAm Samstag, dem 14. Januar, ab 14:00 Uhr wird die Sonderausstellung Das Stundenbuch – Ein kindlicher Blick auf die Stunden des Tages in der Studiogalerie des Panorama Museums im Beisein von hoffentlich vielen Urhebern der ausgestellten Werke und Gästen eröffnet werden. Momentan stehen die Bilder noch an den Wänden herum, erwarten ihre Hängung und auch einige Gestaltungsdetails warten noch auf ihre endgültige Platzierung.
Alles braucht eben seine Zeit und die steht im Zentrum dieser Schau. Alles begann vor zwei Jahren. Da startete Museumspädagoge und Freizeitkünstler Fred Böhme zusammen mit zwei Mitstreitern ein Künstlerbuch-Projekt, bei dem den einzelnen Stunden des Tages Bilder in Form von Druckgrafiken - bevorzugt Radierungen - und kleine persönliche Reflexionen über die jeweilige Stunde des Tages gewidmet sein sollten.
Foto Mia,Klara Kiku 16, Untertitel: Kinder des Panorama-Kinderkurses beim Radieren; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Titel des Projektes in Anlehnung und gewissermaßen Neudeutung der mittelalterlichen Andachtslektüre Das Stundenbuch. Als wenig später der Kinderkurs wieder neu anfing und die Teilnehmer keine eigenen Projektideen parat hatten, erzählte der Kursleiter von seinem eigenen künstlerischen Vorhaben. Augenscheinlich war das etwas, was die Kinder selbst gern probiert hätten und so begannen sie im Februar 2015 ihrerseits erst Entwürfe und dann Kaltnadelradierungen zu einzelnen Tagesstunden auszuführen, also ganz persönliche Bildreflexionen über eine Stunde oder ein besonderes Erlebnis zu der jeweiligen Stunde auszuführen.
Anfänglich radierten die Kinder wie im Blindflug, denn die Lichtverhältnisse in der Studiogalerie, wohin der Kurs wegen der damaligen Bauarbeiten in der museumspädagogischen Werkstatt ausweichen musste, waren alles andere als ideal. Erste Probeabzüge veranschaulichten die gestalterischen Mängel, es begann der zähe Prozess der Überarbeitung und des Ringens um die endgültige Form, was nicht alle Kursteilnehmer gleichermaßen gut konnten. Gerade Kinder im Grundschulalter konzentrieren sich oft lediglich auf die Konturenzeichnung ihres Motives, die grafische Ausgestaltung der umrandeten Flächen spielt für sie eher eine untergeordnete Rolle. Sie entdeckten nach und nach die Vorzüge des Roulettes, des Schabers und des Polierers, also von Radierwerkzeugen, mit denen sich über die spitze Nadel hinaus verblüffende Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Allerdings hatte der Kurs damals 16 und nicht 24 Teilnehmer und so war im Sommer 2015 das Stundenbuch des Kinderkurses noch unvollständig.
Nach einem spannenden Intermezzo mit Porträts von Musikern des Loh-Orchesters im Herbst 2015 konnten sich die Kinder erst wieder ab Februar 2016 den noch fehlenden Radierungen ihres Stundenbuches widmen. Nun mit verbesserten Lichtverhältnissen in der angestammten Werkstatt wurden in einem zweiten Anlauf die noch offenen Stunden bearbeitet. Gerade diejenigen, die nun eine zweite Radierung ausführten, bewiesen, dass sie nun schon eine gewisse Erfahrung im Umgang mit den Werkzeugen und der Kunststoffplatte hatten, in die sie ihr Motiv hinein ritzten. Letztlich sind etwa 30 Radierungen entstanden, die schon wegen ihrer Originalität und Unmittelbarkeit ausgestellt gehören und hier nun erstmals vollständig gezeigt werden sollen.
Im zweiten Teil der Schau sind Federzeichnungen von Kindern der ehemaligen Schmücke-Grundschule Heldrungen zu sehen, die bei ihrem alljährlichen Besuch des Panorama Museums durch das Projekt des Panorama-Kinderkurses angeregt, Bildideen zu folgendem Thema zu erfinden hatten: Zu einer bestimmten Stunde des Tages taucht ein Motiv aus dem Panorama-Gemälde bei uns zu Hause, in der Schule oder in einer ganz alltäglichen Situation (nun aber sehr real) auf.
Die Grundschüler waren mit Feuereifer dabei, ihre wilden, fantasievollen Kompositionen zu fabulieren. Im Unterricht ließ ihre Kunsterzieherin Frau Bittner sie daran weiter weiterarbeiten, die Kompositionen verdichten und sie letztlich mit Feder und Tusche ausführen. Die hier gezeigte Auswahl der Resultate veranschaulicht, wie viel Geschick und Mühe die Kinder dafür aufbringen mussten. Auch diese zum Teil sehr expressiven Arbeiten sind unbedingt sehenswert.
Einige der gezeigten Werke waren recht erfolgreiche Wettbewerbsbeiträge bei der letzten JugendKunstBiennale in Heiligenstadt. Die Ausstellung kann nach der Eröffnung am 14. Januar, zu der alle interessierten Kunstfreunde herzlich eingeladen sind, bis zum 26. Februar 2017 während der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos.
Foto Elisaveta-Yordanova-Die-4-Stunde, Untertitel: Die 4. Stunde, Kaltnadelradierung von Elisaveta Yordanova; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum


