Zum Thema Waldwildnis
Die Betreiber des Possen melden sich zu Wort
Das ist unsere Meinung zur Waldwildnis. Wir würden uns freuen wenn es veröffentlicht wird, so Possenwirt Bernd Jahn gegenüber kn. Hier der komplette Wortlaut...
Wie steht Ihr den eigentlich zur Waldwildnis?
Das werden wir immer öfter gefragt, seit dem das Thema Waldwildnis Possenwald öffentlich diskutiert wird. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Waldwildnis kommen wird. Wir leben und arbeiten seit über 20 Jahren hier auf dem Possen, mitten in der Hainleite.
Wir haben seit dieser Zeit versucht, den Possen attraktiver für unsere Besucher zu machen. Gleichzeitig sollte es immer ein Ausflugsziel sein für naturverbundene Gäste, die uns mit dem Fahrrad erreichen sei es zu Fuß oder zu Pferd, deshalb haben wir nie Eintritt eingeführt. Jetzt werden unsere Wälder noch attraktiver für Naturfreunde.
Man verzichtet auf die Holznutzung und stellt die Natur und die Erholungsfunktion für uns Bürger in den Vordergrund. Was ganz wichtig ist zu wissen, wer für dieses große Projekt sein möchte, die Schaffung von einem Urwaldpfad Vessertal-Hainich-Possen-Hohe Schrecke, muss nicht gleich Gegner der Forstpolitik sein.
Die verantwortliche Fachbehörde bleibt der Thüringen Forst. Auch wird die Forstwirtschaft nicht abgeschafft. 95 Prozent unserer Wälder werden weiterhin, mit dem Schwerpunkt auf die Holznutzung, bewirtschaftet.
Die Politik geht hier den richtigen Weg, wenn Sie 5 Prozent der Natur überlässt. Ganz nach dem Motto "wir brauchen die Natur, aber die Natur braucht nicht die Menschen". Dass unsere Kinder und Enkel die Chance haben, einen von Menschen unbeeiflussten Wald zu erleben, ist doch eine erstrebenswerte Sache.
Das ist der richtige Weg und macht unsere Forstpolitik zu einem noch besseren Vorbild Weltweit. Nicht das Extreme ist das Richtige. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Den so wichtigen Rohstoff Holz für unsere Gesellschaft überhaupt nicht zu nutzen wäre genauso falsch wie den Wald nur als Rohstofflieferanten zu betrachten. Also 5 Prozent unserer Thüringer Waldflächen aus der Holznutzung zu nehmen ist sicherlich nicht zu viel.
Und für unsere ganze Region Nordthüringen eine richtig gute Sache. Mit vielen Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft.
Philipp Jahn
Autor: khh
Kommentare
ilojoh
30.03.2017, 22:21 Uhr
Ohne Dollarzeigen in den Augen vom Herrn Jahn hätte er so ein Quatsch nicht geschrieben
Sowie es auf den Mond keine Rosen gibt gibt es im Urwald auch keine Gastronomie btw. kein Tourismus wo sich eine Lobby unter fadenscheinigen Vorwand bereichern will und das auch noch auf Kosten von Arbeitsplätzen! Schützen Sie und lassen Sie den Urwald da wo er ist und hingehört.
Herr_Lehmann
02.04.2017, 21:27 Uhr
Urwald, nein Danke!
Das der Possenwald ein "Urwald" ist, erleben wahrscheinlich auch die Jüngsten der Jahn-Familie nicht mehr, weshalb ich keine kommerziellen Bewegründe für diesen Artikel erkennen kann. Im Gegenteil, die Familie Jahn hat mit dem Ausbau des Possens ein echtes Highlite für Sondershausen und die Umgebung geschaffen, wofür ich ihnen auch einen finanziellen Erfolg wünsche und gönne.
Nichts desto trotz gibt es aus meiner Sicht deutliche mehr Argumente die gegen einen "Possen-Urwald" sprechen als dafür und ich hoffe inständig, dass es nicht dazu kommt.
Ich persönlich bin ein großer Freund des heimischen Waldes und genieße es sehr, in den Sommermonaten mit dem Rad durch die Hainleite zu fahren .... und das auf Wegen die ausschließlich von den Holznutzern, also den Eigentümern gebaut und gepflegt werden. Ist Schluss mit der Holznutzung, ist auch Schluss mit Wegeinstandsetzung und Verkehrssicherungsmaßnahmen. Sogar Wegerückbau ist im Gespräch.
Abgesehen davon wird in den wenigstens Ländern so nachhaltig mit den heimischen Wäldern umgegangen wie in Deutschland. Wir haben einen der höchsten Bestände an Festmetern-Holz pro Hektar in ganz Europa und entnehmen jährlich weniger Holz als nachwächst. Entziehen wir dem Weltmarkt 5% unserer Holzernte, wird in anderen Ländern, die weniger nachhaltig wirtschaften der Einschlag erhöht.
Natürlich klingt eine Waldwildnis sehr romantisch, vor allem in den Ohren derer, die sich mit der Materie nicht intensiver auseinandergesetzt haben (kein Vorwurf), aber ich hoffe sehr es kommt nicht irgendwann zu einem bösen Erwachen.
Rainer Scheerschmidt
03.04.2017, 13:02 Uhr
Warum Urwald auf dem Possen ????
Seit ungefähr 20 Jahren verfolge ich die Entwicklung der touristischen Erlebniswelt auf dem Possen. Für mich steht fest, niemals wurde soviel für die Naherholung getan, wie in den letzten 15 Jhren. Mit viel Elan und Begeisterung setzte und setzt sich Familie Jahn dafür ein, den Possen zu einem über die Grenzen Thüringens hinaus bekannten Ausflugsziel zu machen.
Aber nun, Urwald ?
Man möge mich unwissend strafen, aber den Sinn in diesem Projekt sehe ich nicht ein.!!
Wie kann man im vorgesehenen Terrain einen Urwald ( oder auch Wildnispark) fordern und fördern, den die Bevölkerung nicht will?? ( siehe Umfrage von kn).
In einem Wildnispark ( oder auch Urwald) muss laut gesetzlicher Vorgabe alles so bleiben, wie es die Natur entscheidet.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
1. Umgefallene Bäume, die auf Zufahrtswegen liegen, dürfen nicht entfernt werden.
2.Pflegerische Maßnahme dürfen nicht durchgeführt weren
3.Wegeerhaltung und Ausbaumassnahmen dürfen nicht mehr erfolgen.
Ein Eingriff in die Natur zur Regulierung des Wildbestandes usw. darf nicht mehr erfolgen.
Stellen wir uns den Possen in wenigen Jahren vor:
Umgestürzte Bäume bleiben liegen, alles verwildert,Wege werden nicjht mehr freigeschnitten.
Ein hervorragend Einzugsgebiet für Schadwild.
Der Waschbär wird sich ansiedeln, Geschützte Amphibienarten und auch Gelege von geschützten Vogelarten wird er vernichten usw.usw.
Nicht verstehen kann ich auch, dass Familie Jahn, für diesen Urwald ist.? Jahrelange Arbeit ihrerseits, soll sie jetzt vernichtet werden?
Straßen, auf denen sich Wanderer nur schwerlich und Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer dann gar nicht bewegen können, tragen nicht zur Attraktivität des Possen, in seiner jetzigen Form bei.
Einen Dank werden auch die Kleintierzüchter des Gebietes sagen, wenn man in dem Wildnispark eigentlich keine Jagd durchführen darf, wenn Waschbär, Fuchs und Co auf heimische Geflügel- und Kleintierhaltunegn bei ihrer Nahrungssuche zurückgreifen.
Nicht geklärt ist ebenfalls wie die Naturwildnis gesichert werden soll. Dort können sich auch verwilderte Hunde ect. ansiedeln und in den umliegenden Gemeinden großen Schaden anrichten. Wer kommt hierfür auf ?
Der Schrei nach einem Urwald ist schnell losgelassen. Wo aber bleibt eine gut durchdachte Konzeption?
Alle in diesem Zusammenhang geführten Diskussionen und auch die Informtionsveranstaltung in der Crucikirsche in Sondershausen, lassen eigentlich nur einen Schluss zu, wir ( die Landesregierung) wollen es, koste es was es wolle.
Schaut man sich die Ergebnisse der letzten Umfrage bei kn an, sieht man ganz deutlich Wildniswald auf und um den Possen ist nicht gewünscht.
Liebe Bürger von Sondershausen, lassen Sie nicht zu, dass unser schönes Ausflugsziel Possen und die umliegenden Wälder nur für eine irgendwann getroffene Koaliationsvereinbarung von Rot-Rot-Grün geopfert werden. Nutzen Sie jede Gelegenheit sich zu wehren und den Posssen in der jetzigen Form zu erhalten.
Wenn schon die Landesregierung und auch die etablierten Parteien nichts zum Erhalt tuen, lassen Sie uns zusammenstehen und unseren Possen in seiner Artenvielfalt erhalten.
Bringen Sie ihre Meinung in Form Ihrer Stimme auch zur nächsten Wahl zum Ausdruck.
Denken Sie an Ihre Kinder, Enkel und Urenkel.
Sie haben es in der Hand.
Mueller13
03.04.2017, 18:07 Uhr
@ Philipp Jahn
Die Stilllegung von 5% insgesamt sind eine falsche Annahme. Ich habe mit dem Vertreter von ThüringenForst gesprochen. Bis 2050 sind bereits über 15% im Stilllegungsplan des Forst. Und bei einem Projekt, was auf einige 100 Jahre angelegt ist, sollten wir mit dem Zeitbegriff etwas entspannter umgehen.
5% ist die Größe, die R2G bis zum Ende der Legislaturperiode durchboxen will. Ich erkenne gerade nicht, was die Legislaturperiode des politischen Experiments R2G mit dieser Entscheidung zu tun hat.
Weiterhin hattet ihr vor 14 Tagen 1000 Sportler des Possenlaufs bei Euch. Die wird es dann nicht mehr geben. Auch solltet ihr bei schönem Wetter mal schauen, wie viele Radfahrer und Wanderer (auch im Winter) Euch besuchen. Sollen die alle auf der engen Teerstraße mit den Autos konkurieren? Oder wollt auf diese Besucher verzichten?
Umweltpolitisch macht es keinerlei Sinn (Artenvielfalt verringert sich, CO2-Bindung verringert sich).
Arbeitsmarktpolitisch macht es keinerlei Sinn (150 Menschen werden durch einen Wald dieser Größe beschäftigt und das mit einer ordentlichen Wertschöpfungstiefe, davon circa 50-70 lokal (Forst, Holzrückeunternehmen und Sägewerke). Und diese Menschen ernähren sich selbst und erwirtschaften auch noch Steuern (die sie dann auf den Possen bringen). Was erwirtschaftet ein Urwald? Nichts!
Im schlechtesten Fall müssen wir noch so einen tollen "Ranger" einstellen, der uns dann auch noch Steuergeld kostet (oder wie soll der sich finanzieren?).
Was soll überhaupt die "Erholungsfunktion" eines Urwalds sein? Ich habe eine ungefähre Vorstellung, was mit einem Wald passiert, der nicht bewirtschaftet wird. Mit Erholung hat das für mich nichts zu tun. Vielleicht liege ich auch falsch und es wird mir unendlich Erholung bringen, wenn ich über den Wald fliege und runter schaue oder von draußen staunend auf den Urwald blicke. Nur habe ich da meine Zweifel.
Sorry, ich sehe da keine Chancen und Möglichkeiten für die Zukunft. Ich sehe da nur Steuergeldverbrennung, politische Lügen und eine Einschränkung meiner Freiheit. Wir Sondershäuser wissen, was wir am Possen haben und wir wissen, dass Ihr dafür hart arbeitet und wir sehen, dass Ihr was bewegt. In diesem Punkt setzt ihr in meinen Augen auf das falsche Pferd. Ich weiß nicht, ob es ratsam ist, sich in dieses politische Spiel hineinziehen zu lassen.
geloescht.20250302
04.04.2017, 08:19 Uhr
Und noch etwas!
Ich stimme den Argumenten meiner Vorschreiber als in Waldnähe wohnender Sondershäuser zu.
Folgende Gedanken dazu: Träumt man vielleicht insgeheim von einer grossen Wildnissensation? Dass sich plötzlich still, heimlich und ohne Nachweis woher sie kamen Wölfe oder gar Bären ansiedeln? Klingt natürlich übertrieben, aber wer weiss schon, was sich in den Köpfen von realitätsfernen "Naturfantasten" abspielt?
Und kennen Sie die egoistische Natur des Menschen so wenig, dass Sie nicht mal ansatzweise ins Kalkül ziehen, dass gerade so eine geschützte Wildnis ein Ziel für rücksichtslose Hausmüll- oder Baurresteentsorger werden könnte?
Solche Schmutzecken gibt es in der Natur schon genügend. Wie wollen Sie so etwas verhindern? Durch die Einstellung des von Müller13 erwähnten Rangers? Oder Aufstockung des Ordnungs- oder Umweltamtes?
Billiger wäre dann natürlich das Hinstellen eines Containers für den privsten Wachdienst, der dort Streife schiebt, solche Mitarbeiter mit Mindestlohn sind natürlich billiger als Beamte und könnten gleich eine Wolfs- oder Bärenaktivität melden.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.