Mo, 13:29 Uhr
16.02.2026
Autobesitzer in Deutschland
Die meisten zahlen mehr für die Kfz-Versicherung
Weitere Preisrunde in der Kfz-Versicherung: 82,6 Prozent der Autobesitzer in Deutschland sind von den Preiserhöhungen betroffen. 60,3 Prozent erhielten eine höhere Rechnung. Für 22,3 Prozent blieb der Beitrag gleich, obwohl höhere Schadenfreiheitsklassen die Prämie mindern müssten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox. Die breite Mehrheit akzeptiert die höheren Beiträge...
Die meisten zahlen drauf... (Foto: Elisa auf Pixabay)
22 Prozent treffen indirekte Preiserhöhungen
Die Mehrheit der Autobesitzerinnen und Autobesitzer in Deutschland hat auch mit ihrer letzten Kfz-Versicherungsrechnung eine Preiserhöhung erhalten: In der Verivox-Umfrage geben 60,3 Prozent an, dass ihr Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. 22,3 Prozent stellten keine Änderung fest. Da in den vergangenen 12 Monaten keiner der Befragten einen Schaden gemeldet hat, hätte der Beitrag eigentlich sinken müssen. Insgesamt sind somit 82,6 Prozent von den neuesten Preissteigerungen in der Kfz-Versicherung betroffen. Nur bei 10,7 Prozent ist der Beitrag ist günstiger geworden.
Die Kfz-Versicherer beklagen die weiterhin steigenden Ersatzteil- und Reparaturkosten, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Dennoch haben die letzten Preiserhöhungsrunden die Budgets der Autoversicherer entlastet. Viele Anbieter treten wieder mit günstigen Preisen in den Wettbewerb um neue Kunden ein.
Im Januar 2025 gaben noch 65,6 Prozent der Autobesitzer an, ihre Prämie habe sich in der vorherigen Abrechnungsperiode erhöht – 5,3 Prozentpunkte mehr als in diesem Jahr.
Sorgenkind Vollkasko
Insbesondere die Vollkaskosparte belastet die Autoversicherer. Hier haben sie auch am häufigsten Preissteigerungen umgesetzt. 65,2 Prozent der Vollkaskoversicherten erhielten mit der letzten Beitragsrechnung eine Preiserhöhung, für 19,8 Prozent blieb der Beitrag unverändert. Unter den Autobesitzern mit Haftpflichtversicherung geben 52,1 Prozent an, eine Preiserhöhung erhalten zu haben; bei 29,9 Prozent änderte sich der Beitrag nicht.
Eine Vollkasko wird überwiegend für jüngere Fahrzeuge abgeschlossen. Ihr Restwert, den Versicherer bei einem Totalschaden auszahlen, ist somit hoch. Zudem sorgt die komplexere Elektronik für teurere Ersatzteil- und Reparaturkosten, sagt Aljoscha Ziller. Die Haftpflicht profitiert hingegen vom hohen Durchschnittsalter der Autos in Deutschland. Hier ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Fahrzeug des Geschädigten älter und deshalb günstiger zu reparieren ist.
Drei Viertel der Kunden zahlen die höhere Prämie
Wie in den Vorjahren hat die Mehrheit auch dieses Mal nichts gegen die Preiserhöhung unternommen. 78,2 Prozent geben an, den höheren Beitrag gezahlt zu haben. Im letzten Jahr lag dieser Anteil bei 77,1 Prozent, 2024 bei 70,9 Prozent. Nur wenige (4,5 Prozent) überprüfen ihre tarifrelevanten Angaben oder passen diese an. Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung: Ein knappes Viertel (23,4 Prozent) gibt an, nicht zu wissen, wann die Laufzeit ihrer Kfz-Versicherung endet.
Die jährliche Kündigungsfrist ist eigentlich ein guter Anlass, die Kosten für die Kfz-Versicherung zu vergleichen und zu überprüfen, ob die Vertragsangaben noch korrekt sind oder optimiert werden können, sagt Aljoscha Ziller. Allein mit der Vereinbarung einer Selbstbeteiligung (300 Euro Vollkasko/150 Euro Teilkasko), einer jährlichen Zahlweise und der Wahl einer Werkstattbindung spart ein 45-jähriger Golf-Fahrer aus Berlin 42 Prozent.
Methodik
Im Auftrag von Verivox hat das Marktforschungsinstitut Innofact Ende Januar 2026 insgesamt 1.026 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren, die im Besitz eines Pkw sind und Versicherungsentscheidungen mit oder allein verantworten, online befragt. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Die Befragten entstammen einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden.
Gefragt wurde: Haben Sie in den letzten 12 Monaten einen Unfall oder Schaden mit oder an Ihrem Hauptfahrzeug verursacht und Reparaturen von Ihrer Kfz-Versicherung bezahlen lassen? // Haben Sie sich in den letzten 12 Monaten ein neues Auto zugelegt (Gebraucht- oder Neuwagen)? // Wann endet die Laufzeit Ihrer Kfz-Versicherung? // Wie hat sich der Beitrag für Ihre Kfz-Versicherung im Vergleich zum Vorjahr entwickelt? // Wie ist Ihr Hauptfahrzeug (PKW) versichert? // Wie haben Sie auf die Preiserhöhung Ihrer Kfz-Versicherung reagiert?
Autor: red
Die meisten zahlen drauf... (Foto: Elisa auf Pixabay)
22 Prozent treffen indirekte Preiserhöhungen
Die Mehrheit der Autobesitzerinnen und Autobesitzer in Deutschland hat auch mit ihrer letzten Kfz-Versicherungsrechnung eine Preiserhöhung erhalten: In der Verivox-Umfrage geben 60,3 Prozent an, dass ihr Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. 22,3 Prozent stellten keine Änderung fest. Da in den vergangenen 12 Monaten keiner der Befragten einen Schaden gemeldet hat, hätte der Beitrag eigentlich sinken müssen. Insgesamt sind somit 82,6 Prozent von den neuesten Preissteigerungen in der Kfz-Versicherung betroffen. Nur bei 10,7 Prozent ist der Beitrag ist günstiger geworden.
Die Kfz-Versicherer beklagen die weiterhin steigenden Ersatzteil- und Reparaturkosten, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Dennoch haben die letzten Preiserhöhungsrunden die Budgets der Autoversicherer entlastet. Viele Anbieter treten wieder mit günstigen Preisen in den Wettbewerb um neue Kunden ein.
Im Januar 2025 gaben noch 65,6 Prozent der Autobesitzer an, ihre Prämie habe sich in der vorherigen Abrechnungsperiode erhöht – 5,3 Prozentpunkte mehr als in diesem Jahr.
Sorgenkind Vollkasko
Insbesondere die Vollkaskosparte belastet die Autoversicherer. Hier haben sie auch am häufigsten Preissteigerungen umgesetzt. 65,2 Prozent der Vollkaskoversicherten erhielten mit der letzten Beitragsrechnung eine Preiserhöhung, für 19,8 Prozent blieb der Beitrag unverändert. Unter den Autobesitzern mit Haftpflichtversicherung geben 52,1 Prozent an, eine Preiserhöhung erhalten zu haben; bei 29,9 Prozent änderte sich der Beitrag nicht.
Eine Vollkasko wird überwiegend für jüngere Fahrzeuge abgeschlossen. Ihr Restwert, den Versicherer bei einem Totalschaden auszahlen, ist somit hoch. Zudem sorgt die komplexere Elektronik für teurere Ersatzteil- und Reparaturkosten, sagt Aljoscha Ziller. Die Haftpflicht profitiert hingegen vom hohen Durchschnittsalter der Autos in Deutschland. Hier ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Fahrzeug des Geschädigten älter und deshalb günstiger zu reparieren ist.
Drei Viertel der Kunden zahlen die höhere Prämie
Wie in den Vorjahren hat die Mehrheit auch dieses Mal nichts gegen die Preiserhöhung unternommen. 78,2 Prozent geben an, den höheren Beitrag gezahlt zu haben. Im letzten Jahr lag dieser Anteil bei 77,1 Prozent, 2024 bei 70,9 Prozent. Nur wenige (4,5 Prozent) überprüfen ihre tarifrelevanten Angaben oder passen diese an. Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung: Ein knappes Viertel (23,4 Prozent) gibt an, nicht zu wissen, wann die Laufzeit ihrer Kfz-Versicherung endet.
Die jährliche Kündigungsfrist ist eigentlich ein guter Anlass, die Kosten für die Kfz-Versicherung zu vergleichen und zu überprüfen, ob die Vertragsangaben noch korrekt sind oder optimiert werden können, sagt Aljoscha Ziller. Allein mit der Vereinbarung einer Selbstbeteiligung (300 Euro Vollkasko/150 Euro Teilkasko), einer jährlichen Zahlweise und der Wahl einer Werkstattbindung spart ein 45-jähriger Golf-Fahrer aus Berlin 42 Prozent.
Methodik
Im Auftrag von Verivox hat das Marktforschungsinstitut Innofact Ende Januar 2026 insgesamt 1.026 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren, die im Besitz eines Pkw sind und Versicherungsentscheidungen mit oder allein verantworten, online befragt. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Die Befragten entstammen einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden.
Gefragt wurde: Haben Sie in den letzten 12 Monaten einen Unfall oder Schaden mit oder an Ihrem Hauptfahrzeug verursacht und Reparaturen von Ihrer Kfz-Versicherung bezahlen lassen? // Haben Sie sich in den letzten 12 Monaten ein neues Auto zugelegt (Gebraucht- oder Neuwagen)? // Wann endet die Laufzeit Ihrer Kfz-Versicherung? // Wie hat sich der Beitrag für Ihre Kfz-Versicherung im Vergleich zum Vorjahr entwickelt? // Wie ist Ihr Hauptfahrzeug (PKW) versichert? // Wie haben Sie auf die Preiserhöhung Ihrer Kfz-Versicherung reagiert?