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Di, 15:30 Uhr
11.04.2017
Verkehrsunfallstatistik 2016 mit positivem Trend - aber:

Kein Grund zur Entwarnung

In Nordthüringen wurden die Beamten der Polizei im vergangenen Jahr alle 60 Minuten zu einem Verkehrsunfall gerufen. Das ist kaum eine Abweichung zum Jahr davor, dennoch gibt es Unterschiede, die heute in der Landespolizeiinspektion vorgestellt wurden...

Schwerer Unfall in Nordthüringen im vergangenen Jahr (Foto: Polizei) Schwerer Unfall in Nordthüringen im vergangenen Jahr (Foto: Polizei)

Zu den Zahlen: Im Bereich der LPI Nordhausen wurden 8.825 Unfälle auf Straßen und Autobahnen registriert und aufgenommen, das sind 25 weniger als im Jahr 2015.

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Ebenfalls einen leichten Rückgang gibt es bei Unfällen mit Personenschaden (997). Signifikant und damit sehr positiv ist der Trend bei tödlichen Ereignissen. 27 Unfällen im Jahr 2015 standen nur noch 17 im abgelaufenen Jahr gegenüber. Bei dieser Unfallzahl wurden 18 Menschen getötet und 1.284 Personen verletzt, darunter 332 schwer.

Die "Hitliste" der Unfallursachen ist hingegen nahezu unverändert geblieben. Angeführt wird sie von nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit (390), über das Nichtbeachten der Vorfahrt (251) bis hin zu Fehlern beim Abbiegen, Wenden oder Ein- und Ausfahren. Die meisten Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr im Juni und im September, im Wochenverlauf immer freitags und im Tagesablauf zwischen 10 und 18 Uhr.

Wie Polizeidirektor Detlev Schum bei der heutigen Vorstellung der Zahlen sagte, repräsentieren die 35 bis 60jährigen mit 434 Unfallverursachern die stärkste Gruppe, gefolgt von den über 60jährigen mit 231. Insgesamt stieg die Zahl der Unfälle, an denen über 60jährige beteiligt waren zwischen 2015 und 2016 um 3 Prozent auf 1.560 an. Hier zeichne sich auch in dieser Statistik die demografische Entwicklung ab.

Vorsichtiger geworden sind im zurückliegenden Jahr - statistisch gesehen - die Fußgänger. Hier sind bei allen Zahlen Rückgänge zu beobachten gewesen. Gab es im Jahr 2015 noch fünf getötete Fußgänger, so war das im Jahr 2016 nur eine Person. Die gleiche Aussage kann für Biker getroffen werden. Bei den Radfahrern hingegen ist eine leichte Zunahme der Unfallzahlen zu registrieren - von 234 im Jahr 2015 auf 260 im vergangenen Jahr. Wurden dabei vor zwei Jahren noch zwei Menschen getötet, so das 2016 kein Todesopfer zu beklagen.



Besonderes Augenmerk wollen die Polizeibeamten in diesem Jahr auf Kinder als Verkehrsteilnehmer legen. Waren im Jahr 2015 „nur“ 20 Kinder bei Unfällen schwer verletzt worden, so wurden im Jahr 2016 schon 37 Opfer im Kindesalter gezählt, ein Kind wurde bei einem Unfall getötet.

Der Blick in die Landkreise

LandkreisUnfälleVerletzteGetötete
Nordhausen2.0582272
Eichsfeld2.1762634
Unstrut-Hainich2.7963055
Kyffhäuser1.7953056

Im zurückliegenden Jahr wurden durch die Nordthüringer Polizei 29.028 Ordnungswidrigkeitenanzeigen aufgenommen und 8.520 Barverwarnungen ausgesprochen. 431 mal wurde Fahren unter Einwirkung von Alkohol registriert, 436 mal unter illegalen Drogen.

Die positive Unfallentwicklung in den zurückliegenden zehn Jahren wird sich, trotz steigender Verkehrsbelastung, in den nächsten Jahren fortsetzen. Ein Grund hierfür ist nach Einschätzung der Polizei die stetige Weiterentwicklung des technischen Fortschritts im Fahrzeugbau. (ABS, ESP, Seitenaufprallschutz, Rückfahrwarner und andere elektronischen Fahrhilfen ).

Unfallschwerpunkte, die in den letzten Jahren auf den Bundesstraßen 4, B 81, B 85, B 247 und B 249 festzustellen waren, bedürfen weiterhin der Beachtung. Nur so können die Unfallzahlen immer mehr zurückgedrängt werden. Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen dabei, außerorts, die
  • B 81, zwischen den Landesgrenzen Sachsen-Anhalt und Thüringen bis Ilfeld, weiter B 4 Nordhausen OT Sundhausen und Abzweig Hain, zwischen Abzweig Obertopfstedt und Abzweig Wasserthaleben
  • B 84, zwischen Bad Langensalza und Kirchheilingen
  • B 85, Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt und Einfahrt Denkmal
  • B 247, zwischen Dingelstädt und Mühlhausen,
  • B 247 Mühlhausen und Höngeda und die
  • B 249 Sondershausen/Graß und Ebeleben.
Auf der B 85, im Kyffhäusergebirge, ist eine hohe Unfallbeteiligung von Zweiradfahrzeugen zu verzeichnen. Aus diesem Grund werden bereits seit mehreren Jahren gesonderte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen und präventive Aktionen, an denen sich die DEKRA, der TÜV, die Verkehrswacht und die Medien, erfolgreich beteiligen, durchgeführt.

Im vergangenen Jahr mussten im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung 867 Fahrer wegen „Fahrens unter Alkohol“ und „Fahrens unter Drogen“ im Straßenverkehr zur Verantwortung gezogen werden. Dabei wurden wegen des Fahrens unter illegalen Drogen 436 Blutentnahmen angeordnet und durchgeführt.

Bei der Feststellung von Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Weiterhin wurden nach dem Straßenverkehrsgesetz, dem Strafgesetzbuch und dem Pflichtversicherungsgesetz 3.443 Anzeigen bearbeitet.

2.584 Maßnahmen wie Sicherheitsleistungen, Mängelberichte und Kontrollaufforderungen mussten seitens der Polizei ergriffen werden.

Allein an den Wochenenden gab es 263 Geschwindigkeitskontrollen im Zusammenhang der Verkehrsüberwachung der Risikogruppe „Junge Fahrer“, in deren Ergebnis 180 Bußgeldverfahren eingeleitet werden mussten, die ein Fahrverbot nach sich zogen.
Durch die verstärkten Maßnahmen an den Wochenenden stellten die Beamten 50,8 % des „Fahrens unter Alkohol“ und 36,9 % des „Fahrens unter illegalen Drogen“ fest.

Prävention weiterhin wichtig

Die Arbeit der Polizei wird auch zukünftig darauf ausgerichtet sein, das Unfallgeschehen weiterhin positiv zu beeinflussen. So leistet die Thüringer Landespolizei im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit einen großen Beitrag. Hervorgehoben sei an dieser Stelle die Verkehrserziehung in den Kindergärten und Grundschulen, die Aufklärungsaktionen für die Gruppe der jungen Fahrer und immer mehr auch Aktionen für die Senioren.

Die vier Jugendverkehrsschulen, die im Schutzbereich der Landespolizeiinspektion Nordhausen tätig sind, führten 678 Schulungen und Ausbildungen durch. Bei einer Teilnehmerzahl von 16.772 Schülern der 1. und 4. Klassen wurden 3.035 Stunden geleistet. Außerdem wurden 28 Vorträge bei Veranstaltungen, wie Verkehrsteilnehmerschulungen der Kreisvolkshochschulen, gehalten.

Bei den Aktionstagen „Junge Fahrer“ geht es um den Aufbau und die Unterstützung vorhandener Fähigkeiten und Fertigkeiten. Durch zielgerichtete Einflussnahme und einer breiten Palette von Veranstaltungsangeboten durch Polizei und den Trägern für Verkehrssicherheit soll eine ausgewogene Betreuung jugendlicher Verkehrsteilnehmer besser gewährleistet werden. Sie muss weiter an Kontinuität gewinnen.
Autor: red

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