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Fr, 10:24 Uhr
21.04.2023
ifo Institut

Im Guten zu schlecht, im Schlechten zu Gut

Bevölkerung und Abgeordnete schätzen Schülerleistungen in ihrem Bundesland systematisch falsch ein. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des ifo Instituts gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Technischen Universität München (TUM)...

Dabei sind die Einschätzungen in Bundesländern mit guten Schülerleistungen eher zu pessimistisch und in Bundesländern mit schwachen Schülerleistungen eher zu optimistisch.

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Ausgangspunkt der Untersuchung waren die Schülerleistungen in Mathematik in verschiedenen Bundesländern. Hier liegen die Schulkinder aus Sachsen, Bayern und Thüringen mit den Leistungen über dem Durchschnitt. 41,1 Prozent der Befragten sehen Schulkinder aus diesen Ländern jedoch fälschlicherweise auf einem durchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Leistungsniveau. Zu den Bundesländern mit unterdurchschnittlichen Leistungen in Mathematik gehören Bremen, Berlin, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Hier ordnen 46,1 Prozent der Befragten die Leistungen ihrer Schulkinder als durchschnittlich oder überdurchschnittlich ein. Die restlichen Bundesländer liegen in Schülerleistungstests im Durchschnitt. In diesen Ländern schätzen 62,2 Prozent der Befragten die Schülerleistungen falsch ein.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Landtagsabgeordneten in den jeweiligen Bundesländern. In den Bundesländern, die über dem Durschnitt liegen, schätzen 17,2 Prozent der Landtagsabgeordneten die Schülerleistung fälschlicherweise als durchschnittlich oder unterdurchschnittlich ein. Umgekehrt ordnen 20,2 Prozent der Abgeordneten aus unterdurchschnittlich abschneidenden Bundesländern die Leistungen der Schulkinder als durchschnittlich oder überdurchschnittlich ein. In den Bundesländern, die im Durchschnitt liegen, schätzen 63,3 Prozent der Abgeordneten die Schülerleistung falsch ein.

Bekamen die Befragten Informationen über die tatsächlichen Schülerleistungen, zeigte sich die Bevölkerung in leistungsstärkeren Bundesländern zufriedener mit der Bildungspolitik. In leistungsschwächeren Ländern hingegen verschlechterte sich die Meinung über die Arbeit der Politikverantwortlichen. „Diese Informationslücken führen dazu, dass die Bürger ihre politischen Vertreter für mögliches Politikversagen nicht zur Verantwortung ziehen können. Mehr Transparenz über die tatsächlichen Schülerleistungen in den Bundesländern könnte den Druck auf politische Entscheidungsträger erhöhen, eine möglichst gute Bildungspolitik zu betreiben“, sagen Katharina Werner und Sebastian Blesse, ifo-Forscher und Koautoren der Studie.

Die Studie basiert auf parallel durchgeführten Umfrageexperimenten mit Bürger*innen und Landtagsabgeordneten. Die Bürgerumfrage wurde im Juni 2020 mit einer repräsentativen Stichprobe im Rahmen des ifo Bildungsbarometers durchgeführt. Die Befragung der Landtagsabgeordneten umfasste etwa 30 Prozent aller deutscher Landtagsabgeordneten und wurde von Mai bis Juli 2020 vom ZEW Mannheim durchgeführt. Die Einordung der Bundesländer nach Schülerleistungen basiert auf Grundlage der Ergebnisse des IQB Bildungstrend 2018, der die mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I untersucht.
Autor: red

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Kommentare
Otto23
21.04.2023, 13:11 Uhr
Verdammt nochmal,
warum freut ihr euch nicht?
In Mathematik reden wir uns schlecht. 41,1Prozent aller Befragten denken, dass wir nur ein durchschnittliches bzw. unterdurchschnittliche Leistungsniveau aufweisen!
Ich denke, hier ist noch viel mediale Arbeit vonnöten, bis wir uns ähnlich gut wie in Bremen und Berlin fühlen. Und das geht lt. Studie nicht nur den einfachen Bürgern so, nein auch die Landtagsabgeordneten sehen das so.
Das ganze ist auch noch Ergebnis eines Umfrageexperiments von 2020 und des Bildungstrends von 2018 ! Geht es noch ?
Man könnte sich jetzt hier lang und breit über Versäumnisse, Unzulänglichkeiten und Fehlentwicklungen im Bereich der Bildung aufregen, was vielfach schon getan wurde und vermutlich bei gegebenen Anlass gebetsmühlenartig wiederholt wird.

Eigentlich sollte einem bei solchen Mist der Kamm schwellen und man mit der Faust auf den Tisch hauen, bis die unsortierten Tassen in den Schränken der Bildungspolitiker und Bildungspolitikerinnen wieder in der richtigen Reihenfolge stehen.

Ich denke, hier sollten sich deutlich mehr Bürger ihrer Verantwortung bewusst werden und auch außerhalb der Parteien, die für diese jahrzehntelange Misere Verantwortung tragen, sich zum Wohle der Allgemeiheit engagieren.

Für uns Freie Wähler Thüringen steht das Thema Bildung an der ersten Stelle auf unserer Klausurtagung im Juni 2023 zur Vorbereitung der Landtagswahl 2024.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Günther
Freie Wähler, KV Nordhausen
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