Fr, 09:15 Uhr
28.02.2025
Wanderbericht
Steinkreuze, Grenzsteine, Mayas und andere Merkwürdigkeiten
Die Wanderungen im Februar wieder spannend und interessant. Alle vier Wanderrouten liegen im Kyffhäuserkreis. Unsere erste Wanderung führte uns von Bad Frankenhausen über den Schlachtberg zum Flugplatz Udersleben...
Nachdem wir den Schlachtberg überquert hatten, stießen wir in einem Waldstück auf ein am Wegrand stehendes Steinkreuz. Es erinnert an ein Ereignis aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1616 bis 1648). Auf einer vorhandenen Tafel heißt es dazu: Damals führte ein gewisser Junker Hanslipp ein sehr ausgelassenes Leben. Seine Mutter gab ihn deshalb in die Obhut eines Jägers, der sich um ihn kümmern sollte.
Eines Nachts schlich der junge Mann heimlich in den Wald, um auf die Jagd zu gehen, was verboten war. Der Jäger schoss auf den entdeckten Wilddieb und erschrak, als er sah, wer es war. Voll Gram stach sich der Jäger ein Messer in die Brust und starb, während die Schussverletzung des jungen Hanslipp bald verheilte.
Es heißt, der junge Mann sei seitdem von der Wilderei geheilt. Zur Erinnerung an den tragischen Tod des vertrauten Jägers ließ er dieses Kreuz aufstellen.
Nach einer kurzen Verweildauer am Kreuz, ging es weiter zum Flugplatz. Hier hat der Aeroclub Hans Grade Bad Frankenhausen e.V. sein Domizil. Für uns gab es hier gute Sitzmöglichkeiten und wir machten unsere Mittagspause. Danach ging es zurück nach Bad Frankenhausen.
Unsere zweite Wanderung im Februar führte uns in das Barockdorf Bendeleben. Vom Gemeindehaus gingen wir durch den Ort in Richtung Süden. Hier wurden wir von einem kleinen, aber recht lauten Bewohner der Gemeinde begrüßt. Nach Überquerung der Landstraße nutzten wir den Radweg in Richtung Rottleben.
Dabei stießen wir auf die Kleine Wipper und den Mönchstunnel. Die Kleine Wipper wurde im 14. Jahrhundert von Mönchen des Klosters St. Wigbert in Göllingen als künstlicher Flusslauf errichtet. Das Wasser für die Kleine Wipper wird an der Wipperschere bei Göllingen aus der Wipper abgezweigt. Diese Wasserstraße, von Göllingen bis Bad Frankenhausen, diente der Wasserzufuhr für die Salineanlagen in Bad Frankenhausen. Die Kleine Wipper ist 25 km lang und mündet bei Artern in die Unstrut. Das Wasser wurde zum Teil unterirdisch weitergeleitet.
Wir hatten die Gelegenheit, uns den Eingang und Ausgang des Mönchstunnels anzusehen. Das ist ein 537 Meter langer Tunnel, der auch durch Mönche, vermutlich bereits im 12. Jahrhundert angelegt wurde.
In Rottleben angekommen, ging es weiter in Richtung Norden zur Rottlebener Mühle, die auch durch das Wasser der Kleinen Wipper getrieben wurde. Dann kamen wir an der Barbarossa Höhle an.
Dort erwartete man uns schon im Restaurant. Man hat gut für uns gekocht und auch die Getränkeversorgung war gesichert. Herzlichen Dank dem Team des Restaurants. Gut gestärkt, traten wir den Weg zurück nach Bendeleben an.
Unsere dritte Wanderung begann am Ärztehaus Am Wippertor in Sondershausen und führte uns über die Haardt zum Grenzsteinweg und durch das Hamma Tal zurück zur Stadt. Auch diese Wanderung birgt einige Überraschungen. Doch der Reihe nach.
Das Wetter an diesem Tag war kalt (-7°C), aber im Gegensatz zu den vergangenen Tagen gute Luft und klare Sicht auf den Frauenberg und die Stadt.
Oberhalb der Haardt in einem Waldstück stießen wir auch hier auf ein Steinkreuz. Vor dem Kreuz liegt eine rechteckige Platte und das Ganze wirkt wie ein Grab. Auf dem Kreuz sind Inschriften erkennbar. In einem Textfeld stehen die Initialen CA in einem zweiten die Jahreszahl 1832. Was es mit diesem einsamen Grab im Wald auf sich hat, scheint bis heute nicht eindeutig geklärt.
Es werden drei verschiedene Geschichten erzählt. Eine davon erzählt von einer Bäuerin aus Auleben. Sie befand sich auf dem Weg vom Markt in Sondershausen nach Hause, als sie hier ihrer Einnahmen beraubt und erschlagen wurde. Eine zweite Geschichte spricht von einem französischen Soldaten, der eine Frau umgebracht haben soll. Eine dritte Überlieferung besagt, dass sich hier ein Kaufmannslehrling aus Verzweiflung erhängt hat. Was nun stimmt, weiß man bis heute nicht und erfordert weitere Recherche.
Nun ging es weiter über den Grenzsteinweg. Links und rechts am Wegrand stehen hier zahlreiche Grenzsteine, man kann sagen, sie schossen wie Pilze aus der Erde. Sie markieren die Grenze zwischen dem Königreich Preußen (K.P.) und dem Fürstentum Schwarzburg Sondershausen (S.S.). An der Mündung des Grenzsteinweges in das Hammatal machten wir eine Pause. Eine Wanderfreundin machte uns hier auf die Abbildung eines Indianers in einer Erdspalte aufmerksam.
Es herrschte großes Rätselraten vor. Aber zufällig war an diesem Tag eine anerkannte Völker- und Kunsthistorikerin unter uns. Frau B. A., die ansonsten anonym bleiben möchte, war zu der Auffassung gekommen, dass es sich hier um die Abbildung eines Mayas handele. Die Maya waren bereits 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung eine Hochkultur in Mittelamerika. Jedoch beginnt im 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung der Niedergang dieser Hochkultur. Dieser Niedergang ist durch große Dürren und zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen gekennzeichnet.
Ab etwa dem 15. Jahrhundert gilt diese Hochkultur endgültig als verschwunden. Es sei daher denkbar, dass einige Maya auf ihrer Flucht in das frühe Fürstentum Schwarzburg Sondershausen kamen, hier unentdeckt blieben und ihre Nachkommen uns heute mit diesem Bildnis ihre Anwesenheit zeigen wollen.
Unsere letzte Wanderung im Februar fand am 23.02. statt. Die Wettermeldungen behielten leider Recht und der Regen begleitete uns auf weiten Teilen unserer Strecke. Sie führte vom Friedhof in Berka beginnend über den Heerweg direkt nach Hachelbich. Der Heerweg war bei diesem Wetter in einem erbärmlichen Zustand. Nach Durchquerung des kleinen Ortes begannen wir mit dem Aufstieg zum Filsberg. Auf Höhe der dortigen Wasserversorgungsanlage machten wir unsere Mittagspause und gingen dann wieder hinunter zum Berkaer Friedhof.
Gerade auch diese Wanderung hat gezeigt, dass es kein Wetter gibt, um nicht wandern zu gehen. Schuhe und Hosen mußten anschließend gründlich gereinigt werden. Es haben trotz der genannten Widrigkeiten 35 Wanderinnen und Wanderer teilgenommen.
Anmerkung des Autors zum Titelfoto:
Die in einer Erdspalte vorgefundene bildliche Darstellung ist echt. Sie hat unser aller Fantasie angeregt. Sicher haben Sie aber auch schon gedacht, dass der Zusammenhang mit der Hochkultur der Maya und deren Flucht in das Fürstentum Schwarzburg Sondershausen das Produkt unserer Fantasie ist. Den Schöpfer dieses Bildnisses und den Zeitpunkt seiner Entstehung kennen wir nicht.
Doch dem Schöpfer ein Dankeschön. Ein wahrlich schönes Bildnis, das dazu anregt, seiner Fantasien nachzugehen.
Wolfgang Lehmann
Autor: emwNachdem wir den Schlachtberg überquert hatten, stießen wir in einem Waldstück auf ein am Wegrand stehendes Steinkreuz. Es erinnert an ein Ereignis aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1616 bis 1648). Auf einer vorhandenen Tafel heißt es dazu: Damals führte ein gewisser Junker Hanslipp ein sehr ausgelassenes Leben. Seine Mutter gab ihn deshalb in die Obhut eines Jägers, der sich um ihn kümmern sollte.
Eines Nachts schlich der junge Mann heimlich in den Wald, um auf die Jagd zu gehen, was verboten war. Der Jäger schoss auf den entdeckten Wilddieb und erschrak, als er sah, wer es war. Voll Gram stach sich der Jäger ein Messer in die Brust und starb, während die Schussverletzung des jungen Hanslipp bald verheilte.
Es heißt, der junge Mann sei seitdem von der Wilderei geheilt. Zur Erinnerung an den tragischen Tod des vertrauten Jägers ließ er dieses Kreuz aufstellen.
Nach einer kurzen Verweildauer am Kreuz, ging es weiter zum Flugplatz. Hier hat der Aeroclub Hans Grade Bad Frankenhausen e.V. sein Domizil. Für uns gab es hier gute Sitzmöglichkeiten und wir machten unsere Mittagspause. Danach ging es zurück nach Bad Frankenhausen.
Unsere zweite Wanderung im Februar führte uns in das Barockdorf Bendeleben. Vom Gemeindehaus gingen wir durch den Ort in Richtung Süden. Hier wurden wir von einem kleinen, aber recht lauten Bewohner der Gemeinde begrüßt. Nach Überquerung der Landstraße nutzten wir den Radweg in Richtung Rottleben.
Dabei stießen wir auf die Kleine Wipper und den Mönchstunnel. Die Kleine Wipper wurde im 14. Jahrhundert von Mönchen des Klosters St. Wigbert in Göllingen als künstlicher Flusslauf errichtet. Das Wasser für die Kleine Wipper wird an der Wipperschere bei Göllingen aus der Wipper abgezweigt. Diese Wasserstraße, von Göllingen bis Bad Frankenhausen, diente der Wasserzufuhr für die Salineanlagen in Bad Frankenhausen. Die Kleine Wipper ist 25 km lang und mündet bei Artern in die Unstrut. Das Wasser wurde zum Teil unterirdisch weitergeleitet.
Wir hatten die Gelegenheit, uns den Eingang und Ausgang des Mönchstunnels anzusehen. Das ist ein 537 Meter langer Tunnel, der auch durch Mönche, vermutlich bereits im 12. Jahrhundert angelegt wurde.
In Rottleben angekommen, ging es weiter in Richtung Norden zur Rottlebener Mühle, die auch durch das Wasser der Kleinen Wipper getrieben wurde. Dann kamen wir an der Barbarossa Höhle an.
Dort erwartete man uns schon im Restaurant. Man hat gut für uns gekocht und auch die Getränkeversorgung war gesichert. Herzlichen Dank dem Team des Restaurants. Gut gestärkt, traten wir den Weg zurück nach Bendeleben an.
Unsere dritte Wanderung begann am Ärztehaus Am Wippertor in Sondershausen und führte uns über die Haardt zum Grenzsteinweg und durch das Hamma Tal zurück zur Stadt. Auch diese Wanderung birgt einige Überraschungen. Doch der Reihe nach.
Das Wetter an diesem Tag war kalt (-7°C), aber im Gegensatz zu den vergangenen Tagen gute Luft und klare Sicht auf den Frauenberg und die Stadt.
Oberhalb der Haardt in einem Waldstück stießen wir auch hier auf ein Steinkreuz. Vor dem Kreuz liegt eine rechteckige Platte und das Ganze wirkt wie ein Grab. Auf dem Kreuz sind Inschriften erkennbar. In einem Textfeld stehen die Initialen CA in einem zweiten die Jahreszahl 1832. Was es mit diesem einsamen Grab im Wald auf sich hat, scheint bis heute nicht eindeutig geklärt.
Es werden drei verschiedene Geschichten erzählt. Eine davon erzählt von einer Bäuerin aus Auleben. Sie befand sich auf dem Weg vom Markt in Sondershausen nach Hause, als sie hier ihrer Einnahmen beraubt und erschlagen wurde. Eine zweite Geschichte spricht von einem französischen Soldaten, der eine Frau umgebracht haben soll. Eine dritte Überlieferung besagt, dass sich hier ein Kaufmannslehrling aus Verzweiflung erhängt hat. Was nun stimmt, weiß man bis heute nicht und erfordert weitere Recherche.
Nun ging es weiter über den Grenzsteinweg. Links und rechts am Wegrand stehen hier zahlreiche Grenzsteine, man kann sagen, sie schossen wie Pilze aus der Erde. Sie markieren die Grenze zwischen dem Königreich Preußen (K.P.) und dem Fürstentum Schwarzburg Sondershausen (S.S.). An der Mündung des Grenzsteinweges in das Hammatal machten wir eine Pause. Eine Wanderfreundin machte uns hier auf die Abbildung eines Indianers in einer Erdspalte aufmerksam.
Es herrschte großes Rätselraten vor. Aber zufällig war an diesem Tag eine anerkannte Völker- und Kunsthistorikerin unter uns. Frau B. A., die ansonsten anonym bleiben möchte, war zu der Auffassung gekommen, dass es sich hier um die Abbildung eines Mayas handele. Die Maya waren bereits 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung eine Hochkultur in Mittelamerika. Jedoch beginnt im 9. Jahrhundert unserer Zeitrechnung der Niedergang dieser Hochkultur. Dieser Niedergang ist durch große Dürren und zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen gekennzeichnet.
Ab etwa dem 15. Jahrhundert gilt diese Hochkultur endgültig als verschwunden. Es sei daher denkbar, dass einige Maya auf ihrer Flucht in das frühe Fürstentum Schwarzburg Sondershausen kamen, hier unentdeckt blieben und ihre Nachkommen uns heute mit diesem Bildnis ihre Anwesenheit zeigen wollen.
Unsere letzte Wanderung im Februar fand am 23.02. statt. Die Wettermeldungen behielten leider Recht und der Regen begleitete uns auf weiten Teilen unserer Strecke. Sie führte vom Friedhof in Berka beginnend über den Heerweg direkt nach Hachelbich. Der Heerweg war bei diesem Wetter in einem erbärmlichen Zustand. Nach Durchquerung des kleinen Ortes begannen wir mit dem Aufstieg zum Filsberg. Auf Höhe der dortigen Wasserversorgungsanlage machten wir unsere Mittagspause und gingen dann wieder hinunter zum Berkaer Friedhof.
Gerade auch diese Wanderung hat gezeigt, dass es kein Wetter gibt, um nicht wandern zu gehen. Schuhe und Hosen mußten anschließend gründlich gereinigt werden. Es haben trotz der genannten Widrigkeiten 35 Wanderinnen und Wanderer teilgenommen.
Anmerkung des Autors zum Titelfoto:
Die in einer Erdspalte vorgefundene bildliche Darstellung ist echt. Sie hat unser aller Fantasie angeregt. Sicher haben Sie aber auch schon gedacht, dass der Zusammenhang mit der Hochkultur der Maya und deren Flucht in das Fürstentum Schwarzburg Sondershausen das Produkt unserer Fantasie ist. Den Schöpfer dieses Bildnisses und den Zeitpunkt seiner Entstehung kennen wir nicht.
Doch dem Schöpfer ein Dankeschön. Ein wahrlich schönes Bildnis, das dazu anregt, seiner Fantasien nachzugehen.
Wolfgang Lehmann
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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