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So, 09:00 Uhr
05.04.2026
Digitales Produktmanagement

Hochschul-Professor veröffentlicht Buch

Professor Lutz Göcke von der Hochschule Nordhausen und Michael Schultheiß haben das erste deutschsprachige Lehrbuch für digitales Produktmanagement veröffentlicht. Das Werk schließt eine Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis...

Professor Lutz Göcke (links), Professur für Allgemeine BWL, insbesondere Digitales Management stellt Hochschulpräsidenten Professor Jörg Wagner das neu erschienene Lehrbuch zum "Produktmanagement" vor.  (Foto: Hochschule Nordhausen/Lutz Göcke) Professor Lutz Göcke (links), Professur für Allgemeine BWL, insbesondere Digitales Management stellt Hochschulpräsidenten Professor Jörg Wagner das neu erschienene Lehrbuch zum "Produktmanagement" vor. (Foto: Hochschule Nordhausen/Lutz Göcke) Während digitale Produkte und Dienstleistungen heute die globale Wirtschaft dominieren, fehlte im deutschsprachigen Raum bislang eine systematische, wissenschaftliche Aufarbeitung des digitalen Produktmanagements als eigenständige Disziplin. Professor Lutz Göcke von der Hochschule Nordhausen und Michael Schultheiß (reMarkable) haben diese Lücke nun mit dem Lehrbuch „Produktmanagement: Kontinuierliche Innovation digitaler Produkte“ geschlossen. Wie die Hochschule informiert, führt das im Springer Gabler Verlag erschienene Werk erstmals empirische Forschung und die Anforderungen der Digitalwirtschaft in einem strukturierten Rahmen zusammen.
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Digitale Produkte unterscheiden sich fundamental von physischen Gütern durch ihre Editierbarkeit, Interaktivität und die Möglichkeit zur Reprogrammierbarkeit nach der Bereitstellung. Trotz dieser Unterschiede werden digitale Aktivitäten in vielen Unternehmen noch immer als abgeschlossene IT-Projekte missverstanden, was häufig dazu führt, dass Angebote nach dem Markteintritt stagnieren.

Das neue Lehrbuch setzt hier an und betont die Notwendigkeit, digitale Erzeugnisse über ihren gesamten Lebenszyklus zu führen – eine Anforderung, die durch die Novellierung der EU-Produkthaftungsrichtlinie 2024/2853 auch rechtlich an Bedeutung gewinnt. „Etwas zu erschaffen und die Welt aktiv zu verändern, ist ein zutiefst menschlicher Ausdruck unserer Fähigkeiten“, beschreibt Göcke im Vorwort den gestalterischen Kern dieser Disziplin.

Das 6D-Modell als wissenschaftliches Kernstück
Digitale Produkte sind durch ihre Editierbarkeit und Interaktivität grundlegend anders als physische Güter. Dennoch werden sie in Unternehmen oft noch als zeitlich begrenzte IT-Projekte behandelt. Das neue Lehrbuch setzt hier an und etabliert das 6D-Modell als konzeptionelles Rückgrat. Es beschreibt Produktmanagement als einen kontinuierlichen Zyklus von der strategischen Richtungsentscheidung (Discovery & Direction) über die Realisierung (Delivery) bis hin zur Marktdurchdringung (Diffusion) und datengestützten Optimierung.

Stimmen zum Buch und fachlicher Diskurs
Die offizielle Buchvorstellung fand am 19. März bei der Designagentur edenspiekermann in Berlin statt, wo Expertinnen und Experten von Unternehmen wie AWS und Figma über die Zukunft der Branche diskutierten. Das Werk stieß in Fachkreisen auf breite Resonanz: Prof. Dr. André Hanelt (Universität Kassel) attestiert dem Buch eine „überzeugende Verbindung von Wissenschaft und Praxis“, während Dr. Ralf Kuschnereit (Vorstand der JENOPTIK AG) den Nutzen für den nachhaltigen Aufbau digitaler Geschäftsmodelle in Konzernen betont. Für Prof. Dr. Dr. Ricarda Schlimbach (Hochschule Heilbronn) bietet das Werk zudem die lang erwartete fundierte Basis, um digitales Produktmanagement systematisch in die akademische Lehre einzubetten.

Verankerung in Lehre und Praxis
Die Entstehung des Buches ist eng mit der Hochschule Nordhausen verbunden, die mit dem Bachelorstudiengang „Digitales Produktmanagement“ eine Vorreiterrolle in der staatlichen Hochschullandschaft einnimmt. Mehr als 30 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft begutachteten das Manuskript, darunter auch Alumni der Hochschule, die heute in führenden Positionen der Digitalwirtschaft tätig sind.

Die Hochschule Nordhausen biete Studiengänge an der Schnittstelle von Management und Technologie. Der Bachelorstudiengang „Digitales Produktmanagement“ (B.A.) bereitet Studierende gezielt auf die Anforderungen der modernen Digitalwirtschaft vor. Bewerbungen für das Wintersemester sind ab Mai möglich.
Autor: ssc

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Kommentare
hannes07
05.04.2026, 22:50 Uhr
6D-Modell.
Wie geil ist das denn?

Die Lücke ist geschlossen! Jahrelang taumelte die deutschsprachige Digitalwirtschaft führerlos durch die Dunkelheit, weil niemand – niemand! – aufgeschrieben hatte, dass man digitale Produkte "über ihren gesamten Lebenszyklus führen" muss. Firmen wie SAP, Zalando oder Siemens werkelten blind vor sich hin, vermutlich mit Höhlenmalereien als Projektdokumentation.
Aber jetzt: das 6D-Modell. Sechs D's! Nicht fünf. Nicht sieben. Sechs. Als konzeptionelles Rückgrat. Man spürt förmlich, wie die Wirbelsäule der deutschen Digitalwirtschaft sich aufrichtet.
Das Buch ist wohl weniger für die Praxis geschrieben als für die Lehre – und in diesem Kontext wahrscheinlich solide.
Das meiste, was "digitales Produktmanagement" ausmacht, steht seit Jahren im Netz – bei Basecamp, Shape Up, Marty Cagan, diverse Substack-Blogs.
Wer in der Praxis arbeitet, lernt es ohnehin durch Scheitern, nicht durch Lehrbücher, aber 6D klingt schon geil.

In der Mathematik ist ein Modell nur dann nützlich, wenn es falsifizierbar ist – also scheitern kann.
Man fragt sich unwillkürlich: Unter welchen Bedingungen würde das 6D-Modell versagen?
Wenn diese Frage im Lehrbuch nicht beantwortet wird, ist es kein Modell.
Es ist ein Mandala.
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