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Do, 17:09 Uhr
28.05.2026
Kinderschutztagung im Kyffhäuserkreis

Vernetzt und verletzlich zwischen Likes und Lives

Wie können Kinder und Jugendliche digitale Räume sicher nutzen? Welche Chancen bieten soziale Medien – und wo beginnen Risiken, Grenzüberschreitungen und Gewalt? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Kinderschutztagung des Kyffhäuserkreises „Vernetzt und verletzlich zwischen Likes und Lives...

Kinderschutz im digitalen Alltag“ am gestrigen Mittwoch in der Landesmusikakademie in Sondershausen. Die Veranstaltung war mit rund 180 Teilnehmenden schon lange im Vorfeld ausgebucht. Vertreterinnen und Vertreter aus der Jugendhilfe, von Kindertagesstätten, Schulen und weiteren sozialen Einrichtungen nutzten das Forum, um sich über aktuelle Herausforderungen im digitalen Kinderschutz auszutauschen.

Kinderschutztagung im Kyffhäuserkreis (Foto: Pressestelle Landratsamt) Kinderschutztagung im Kyffhäuserkreis (Foto: Pressestelle Landratsamt)

Gemeinsam mit Fachkräften und Expertinnen und Experten wurde zudem in Workshops diskutiert, wie Kinder und Jugendliche im digitalen Alltag gestärkt und geschützt werden können.

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Landrätin Antje Hochwind-Schneider (SPD) betonte in ihrem Grußwort, dass die digitale Welt längst fester Bestandteil des Lebens junger Menschen sei. Exzessive Mediennutzung und problematische Inhalte hätten Auswirkungen auf das soziale Verhalten, die Konzentrationsfähigkeit und die Entwicklung junger Menschen. Soziale Medien gehörten zur Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen – und damit auch die Aufgabe, sie dort wirksam zu schützen.

„Wir brauchen Fachkräfte, die digitale Lebenswelten verstehen und junge Menschen darin stärken, selbstbestimmt und sicher im Internet unterwegs zu sein“, sagte die Landrätin. Sie dankte allen Teilnehmenden für ihr Engagement, digitale Räume so mitzugestalten, dass diese angst- und gewaltfrei genutzt werden können.

Auch der Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, Udo Götze, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Themas. Die Digitalisierung bringe viele Chancen mit sich – etwa für Bildung, Freizeit und Kommunikation. Gleichzeitig nähmen jedoch Risiken wie sexualisierte Gewalt im Netz, Entwürdigungen im sozialen Umfeld oder Entwicklungsstörungen zu. „Das Internet soll ein lehrreicher, sicherer und inspirierender Ort bleiben. Dafür brauchen wir gemeinsames Handeln und starke Netzwerke“, so Götze.

Ein besonders bewegender Moment der Tagung war das Interview mit Sinje Steinecke vom Landesbetroffenenrat für Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. Offen berichtete sie über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt im Kindesalter und machte deutlich, wie wichtig frühe Unterstützung, Sensibilisierung und verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sind.

Fachliche Impulse setzten außerdem der Diplom-Psychologe Stephan Pitten mit seinem Vortrag „Vom Kinderzimmer in den Cyberspace – wie digitale Medien die Hirn- und Identitätsentwicklung beeinflussen“ und Kerstin Kremer mit ihrem Referat „Und dann wollte er Nacktfotos… – Grundlagen, Dynamiken und Präventionsansätze bei Cybergrooming“. Dabei wurde deutlich: Zwischen Bildschirmzeit, Selfies und Social Media braucht es Orientierung, Begleitung und manchmal auch den Mut, das WLAN kurz auszuschalten.

Die große Resonanz auf die Veranstaltung zeigte: Kinderschutz im digitalen Alltag ist längst kein Nischenthema mehr, sondern eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe.
Autor: red

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