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Di, 07:01 Uhr
07.12.2010

An Kniefall erinnert

Die Kreisvorsitzende der SPD im Kyffhäuserkreis, Cornelia Kraffzick, erinnert an Kniefall in Warschau vor 40 Jahren und lädt aus diesem Grund zu einer Veranstaltung ein...


„Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit.“ Willy Brandt
Am 7. Dezember 1970 kniete der 4. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Willy Brandt, im Zentrum der polnischen Hauptstadt vor dem Mahnmal für die Opfer des Aufstandes im Warschauer Ghetto nieder: „Unter der Last der jüngsten Geschichte tat ich, was Menschen tun, wenn die Worte versagen. So gedachte ich Millionen Ermordeter.“ Das Bild des „Kniefalls von Warschau“ ging um die Welt. Es steht für ein friedfertiges und seiner verantwortungsbewusstes Deutschland – und es steht für einen Politiker und Staatsmann, der weit über sein Land hinaus moralische Maßstäbe setzte.
Diese Geste der Demut war für alle überraschend: für die Delegation, die Gastgeber und die Öffentlichkeit. International wurde sie als Bitte um Vergebung gewertet und ebnete der Ostpolitik den Weg, für die Willy Brandt 1971 der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde.
Im Rückblick ist man sich einig, dass der Kniefall eine wichtige Rolle bei der Entspannung zwischen den Blöcken spielte. Am gleichen Tag wird der "Warschauer Vertrag" unterzeichnet; ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland mit den östlichen Nachbarn. Die Bundesrepublik erkennt die „Oder-Neiße-Linie“ als „westliche Staatsgrenze der Volksrepublik Polen“ an. Beide Länder verpflichten sich zu Gewaltverzicht und bekennen sich zur Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen in Europa.

Viel wurde darüber spekuliert, ob Brandt spontan gehandelt habe. Er selbst schrieb dazu in seinen 1989 erschienen "Erinnerungen":
„Immer wieder bin ich gefragt worden, was es mit dieser Geste auf sich gehabt habe. Ob sie etwa geplant gewesen sei? Nein, das war sie nicht. Meine engen Mitarbeiter waren nicht weniger überrascht als jene Reporter und Fotografen, die neben mir standen, und als jene, die der Szene ferngeblieben waren, weil sie »Neues« nicht erwarteten. Ich hatte nichts geplant, aber Schloss Wilanow, wo ich untergebracht war, in dem Gefühl verlassen, die Besonderheit des Gedenkens am Ghetto-Monument zum Ausdruck bringen zu müssen. Am Abgrund der deutschen Geschichte und unter der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt.“


Willy Brandt kniet vor dem Mahnmal für die ermordeten Juden des Warschauer Ghettos - Quelle: Bundesbildstelle


Auf dem Willy-Brandt-Platz etwa 150 Meter nordwestlich vom Ort des Kniefalls, bis zum Bau des Museum der Geschichte der polnischen Juden in Sichtweite des Ehrenmals, erinnert seit dem Jahr 2000 eine Gedenkplakette an das Ereignis.
Der Komponist Gerhard Rosenfeld schuf eine Oper Kniefall in Warschau über Willy Brandt (Libretto von Philipp Kochheim, Uraufführung 1997 in Dortmund).

Da sich am 07.12.2010 der historische Kniefall von Willy Brandt in Warschau zum 40. Mal jährt, möchten der SPD-Kreisvorstand und der SPD-Ortsverein Sondershausen in einer gemeinsamen Veranstaltung am 7. Dezember 2010 um 18.00 Uhr im Jugendclub des Jugend- und Schülertreffs „JUST“, Ferdinand- Schlufter- Straße 48 in Sondershausen an dieses wichtige und bewegende geschichtliche Ereignis erinnern. Gisela Hilbrecht, die ehemalige SPD - Bundestagsabgeordnete aus Sondershausen, die Willy Brandt persönlich kennenlernen durfte, wird hierzu ein paar Erinnerungsworte sprechen und Denkanstöße geben. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!
Cornelia Kraffzick
Kreisvorsitzende SPD
Autor: khh

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