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Mi, 09:22 Uhr
15.02.2012

Richter Kropp: Szenen einer Ehe

Er möchte seine getrennt lebende Frau nicht mehr im gemeinsamen Haus haben. Sie würde ohne Anmeldung kommen, habe einen Hausschlüssel mitgenommen und würde dort sogar nächtigen. Außerdem sei sie aggressiv, würde ihn schlagen, bedrohen und Sachen ohne sein Wissen aus dem Haus mitnehmen...


Sie möchte ihre persönlichen Wertgegenstände aus dem Haus haben, nachdem ihr getrennt lebender Mann seine sichergestellt habe. Sie würde sich gerne mit ihm aussprechen, zumal es ja auch um die gemeinsamen Kinder gehe, was er aber immer wieder blockiere. Er lebe mit seiner neuen Freundin in ihrem gemeinsamen Haus, was sie untersagt habe und halte sich nicht an Absprachen.

Szenen einer Ehe, Szenen mit vielen Emotionen, die sich jetzt dem Amtsgericht Sondershausen abspielten. Szenen mit vielen Tränen, die darauf schließen lassen, dass beide die Trennung voneinander nicht überwunden haben.

Der Mann aus dem östlichen Kyffhäuserkreis hatte beantragt, der Frau im Wege der einstweiligen Anordnung zu untersagen, das Grundstück zu betreten. Sie lehnt dies ab.

Dem Sondershäuser Familienrichter Christian Kropp hat jetzt im Zusammenwirken mit den Parteivertretern einen Vergleich zwischen beiden getrennt lebenden Ehegatten erreicht. Der Inhalt: Sie betritt das Grundstück nicht mehr und gibt den Hausschlüssel ab, er gibt ihr dafür ihre persönlichen Gegenstände zurück.

Was für den Außenstehenden eigentlich eine sinnvolle und naheliegende Lösung ist, liegt für den getrennt lebenden Ehegatten oft nicht auf der Hand. Zu sehr gibt es hier Verstrickungen, persönliche Enttäuschungen, gegenseitige Vorwürfe und aufgestaute Wut, so dass keiner mehr die einfache Lösung sucht.

Es sind dann Szenen einer Ehe, die Dritte wie Gerichte und Rechtsanwälte beschäftigen, die zur Lösung solcher emotionalen Problemlagen ein gutes Händchen haben müssen. In Sondershausen ist es jedenfalls wieder einmal gelungen.
Autor: nnz

Kommentare
Wolfi65
15.02.2012, 10.39 Uhr
Am Ende...
verlieren die ehemaligen Eheleute vielleicht Haus und Hof. Nur der Staat, die Justiz und die Rechtsanwälte werden sich finanziell über die Streithähne freuen. Von Gerechtigkeit kann zum Schluß nicht die Rede sein. Die Beiden Verlierer werden in den nächsten Monaten und auch vielleicht Jahren, in ihren Briefkästen Zahlungsaufforderungen und dgl. finden, welche zeitgleich bei Nichtzahlung mit Zwangsmaßnahmen verbunden werden.

Das ist dann das vorläufige Ende einer staatlich geförderten Gemeinschaft Namens Ehe.
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