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Mo, 13:15 Uhr
26.11.2012

Nicht bedenkenlos "glühen"

Zimt, Nelken, Orange: Ein Becher duftender Glühwein oder Feuerzangenbowle gehört für viele Thüringer zur Advents- und Weihnachtszeit einfach dazu. Nicht wenige unterschätzen jedoch, dass der würzige Punsch ein gutes Quantum Alkohol enthält...


Der beeinträchtigt nicht nur die Fahrtüchtigkeit, sondern kann auch zu gefährlichen Wechselwirkungen mit Arzneimitteln führen. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker informieren über die Risiken, die die Kombination von Alkohol und Medikamenten mit sich bringen kann.

Egal, ob dauerhaft eingenommen oder nur kurzfristig angewandt: Arzneimittel und Alkohol vertragen sich schlecht. Am sichersten fährt daher, wer während einer medikamentösen Therapie gar keinen Alkohol trinkt. Wer dennoch auf sein Glas Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder den Silvestersekt zum Anstoßen nicht verzichten möchte, sollte sich vorher unbedingt in der Apotheke nach möglichen Wechselwirkungen erkundigen. "Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die oft mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnehmen. Ihre Organe bauen Alkohol und Medikamente schlechter ab und reagieren empfindlicher, weil sie aufgrund des verringerten Körperwasseranteils höhere Alkoholspiegel erreichen", erklärt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen.

Die Palette der vom Alkohol ausgelösten Mechanismen ist vielfältig: "Einige Medikamente werden in ihrer Wirkung verstärkt, weil die zum Abbau benötigten Leberenzyme schon mit dem Alkohol beschäftigt sind. Das gilt u. a. für zentral wirksame Psychopharmaka, Beruhigungsmittel und bestimmte Wirkstoffe gegen Epilepsie", weiß der Apotheker. Andere Mittel, z.B. manche Blutdruckmittel (Betablocker) und Gerinnungshemmer wirken dagegen schwächer, weil sie schneller abgebaut werden. Bestimmte Antibiotika und Antipilzmittel schließlich hemmen den Alkoholabbau in der Leber, was zu einer Alkoholunverträglichkeit mit Erbrechen, Atemnot oder Herzrasen führen kann. Ob Ihr Medikament dazu gehört, erfahren Sie in Ihrer Apotheke.

Vorsicht ist auch geboten bei Medikamenten, die das zentrale Nervensystem beeinflussen, wie Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Mittel gegen Parkinson und Epilepsie: "Sie schränken als Nebenwirkung das Reaktionsvermögen ein. Alkohol verstärkt diese Wirkung – auch noch viele Stunden später. Das Schlafmittel sollte man daher nie mit einem hochprozentigen ‚Gute-Nacht-Schoppen’ hinunterspülen, weil man sonst noch am nächsten Morgen müde und unkonzentriert ist", warnt Neidel. Ähnliches gilt für rezeptfreie Antiallergika, die ebenfalls beruhigend wirken.

"Mitunter entsteht beim Abbau eines Mittels unter Alkoholeinfluss sogar ein Wirkstoff-Cocktail, der zu schweren Leberschäden führt. Prominentester Kandidat ist hier das Schmerzmittel Paracetamol: Bei regelmäßigem Alkoholkonsum sollte man es grundsätzlich meiden", empfiehlt Neidel. Beim Krebs- und Rheumamittel Methotrexat kann der ungute Mix einer Leberzirrhose Vorschub leisten.

Dass Alkohol im Übermaß auch ganz ohne Medikamente manifeste gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringt – er begünstigt zum Beispiel Bluthochdruck, Fettstoffwechsel- und Herzrhythmusstörungen –, spricht einmal mehr für Verzicht oder zumindest Zurückhaltung: Gesund feiert es sich schließlich immer noch am besten.
Autor: nnz

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