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Fr, 16:07 Uhr
10.01.2014

Alkohol ist immer noch Droge Nummer 1

Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Tauber (SPD), hat heute Ergebnisse aus dem Bericht zur Suchthilfestatistik und zum Epidemiologischer Suchtsurvey 2012 (ESA) vorgestellt. Einzelheiten wie immer in den Nordtüringer Online-Zeitungen...


Sozialministerin Heike Taubert sagte: „Der Freistaat Thüringen bietet vielfältige Hilfen in ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen für suchtkranke und suchtgefährdete Menschen sowie deren Angehörigen an. Die vorliegende Auswertung zeigt, dass sich die Versorgung von abhängigkeitskranken Menschen in Thüringen gut gestaltet und am jeweiligen Hilfebedarf orientiert erfolgt.“

Konsumverhalten - Entwicklungen und Trends

In beiden Berichten wird deutlich: Alkohol ist in Thüringen nach wie vor Droge Nummer eins. Jeder vierte Mann und jede siebente Frau trinkt mehr als die durchschnittliche Tageshöchstmenge Alkohol. Damit neigen Männer häufiger zu riskantem Konsum. Eine Zunahme des Anteils der Rauschtrinker unter den 18- bis 24-Jährigen ist im Gegensatz zur Bundeserhebung nicht zu beobachten.

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38,2 Prozent der Thüringer Männer und 29,2 Prozent der Thüringer Frauen haben 2012 regelmäßig geraucht. Auch wenn die Anzahl der Konsumenten auf Bevölkerungsebene in den letzten Jahren rückläufig ist, liegt der Anteil sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen über dem Bundesdurchschnitt.

Die Fallzahlen der Suchthilfestatistik 2012 weisen auf einen vermehrten Konsum von Stimulanzien hin. Dieser kann durch die ESA Erhebung jedoch nicht bestätigt werden. Laut Angaben der ESA Erhebung bleibt Cannabis die am meisten konsumierte illegale Droge (16,1 Prozent Lebenszeitprävalenz), gefolgt von Amphetaminen (2,6 Prozent Lebenszeitprävalenz).

Bei Cannabis hat sich der Lebenszeitkonsum von 40,3 Prozent im Jahr 2009 auf 34,4 Prozent im Jahr 2012 reduziert. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Cannabiskonsumenten konsumierten in den letzten 12 Monaten mehr als fünfmal, jeder Achte (12,1 Prozent) mindestens wöchentlich (60-mal oder öfter), jeder Zwölfte (7,8 Prozent) täglich oder fast täglich (200-mal oder öfter). Ein Großteil der 12-Monats-Konsumenten bilden somit Gelegenheits- oder Probierkonsumenten. Cannabis wird vor allem von jungen Erwachsenen bis 29 Jahre konsumiert. Der Anteil der Konsumenten unter den Männern ist etwa doppelt so groß wie unter den Frauen. Laut ESA-Bericht ist der Anteil an Personen mit Cannabismissbrauch in Thüringen tendenziell höher als im gesamten Bundesgebiet (0,9 Prozent vs. 0,5 Prozent).

Suchthilfe in Thüringen - Zahlen und Fakten

Auch die Zahlen des Berichtes zur Thüringer Suchthilfestatistik 2012 dokumentieren: In Thüringen konsumieren vor allem die erwachsenen Männer zu viel Alkohol und andere Substanzen, und auch beim Glücksspielen stehen die Männer ganz vorn.

Wegen einer Suchtproblematik wurden im Jahr 2012 in den ambulanten und stationären Thüringer Suchthilfeeinrichtungen insgesamt 6.324 Patienten beraten und behandelt. Mit 69 Prozent wurden die meisten Patienten (4.375 Thüringer Männer und Frauen) wegen eines schädlichen Gebrauchs bzw. der Abhängigkeit von Alkohol aufgenommen.

Die zweitgrößte Diagnosegruppe betrifft mit 13 Prozent die Patienten mit Stimulanzien bezogenen Störungen gefolgt von 8 Prozent mit Cannabis bezogenen sowie 3 Prozent Opioid bezogenen Störungen.

Insgesamt wurden erstmals mehr Hilfe Suchende wegen Störungen aufgrund des Konsums von Stimulanzien (u.a. Crystal Meth) behandelt als aufgrund von Cannabis. Ein Anstieg der Fallzahlen im Bereich der Stimulanzien ist bei Männern und Frauen in der Altersgruppe der 25- bis 29 Jährigen am höchsten. Insgesamt wurden 124 Männer und 75 Frauen mit einer stimulanzienbezogenen Hauptdiagnose mehr behandelt. Hingegen ist die Zahl der behandelten Männer und Frauen aufgrund einer cannabisbezogenen Hauptdiagnose um 101 bzw. 23 Fälle gesunken.

Viermal so viele Männer wie Frauen wurden mit der Hauptdiagnose Alkohol (4.375 Fälle) betreut. Etwa jeder vierte Mann und jede fünfte Frau mit einer Alkohol bezogenen Hauptdiagnose ist zwischen 20 und 34 Jahre alt. Über die Hälfte der Patienten mit Alkoholdiagnose sind zwischen 35 und 54 Jahre alt. Mit 1 Prozent kommen sehr junge Patientinnen und mit 3 Prozent sehr junge Patienten (unter 19 Jahre) eher selten in eine Thüringer Suchthilfeeinrichtung. Bei den über 60 Jährigen sind es bei den Frauen 9 Prozent und bei den Männern 7 Prozent, die um Hilfe suchen. Das Alter beim ersten Konsum von Alkohol liegt durchschnittlich bei 14,4 Jahren.

Bei den Stimulanzien sind mit 36,9 Prozent (76 Fälle) die meisten weiblichen Patienten zwischen 20 und 24 Jahre alt und mit 36,8 Prozent (175 Fälle) die meisten Männer zwischen 25 und 29 Jahre alt. Etwa 8 Prozent (37 Fälle) der männlichen und 11 Prozent (23 Fälle) der weiblichen Klienten sind jünger als 19 bzw. 19 Jahre alt. Insgesamt sind mit durchschnittlich 26 Jahren die Stimulanzien und Cannabis bezogenen Patientinnen und Patienten die jüngste Patientengruppe. Das Alter bei Erstkonsum von Stimulanzien beträgt durchschnittlich 18 Jahre, bei Cannabis 15,4 und bei den Opioiden 19,6.

Hintergrund:

Sowohl Prävalenzen als auch die Inanspruchnahme von Hilfen geben Auskunft über die aktuelle Situation von Drogenkonsum, Suchtverhalten und Abhängigkeit. Erstmals steht hierfür der auf Thüringen bezogene Bericht des Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA) zur Verfügung, der vor allem Trends im Konsumverhalten der Thüringer Bevölkerung aufspüren kann, um entsprechend rechtzeitig mit präventiven Maßnahmen gegensteuern zu können.

Der alljährliche Bericht zur Suchthilfestatistik liefert hingegen aktuelle Zahlen zu den Patientinnen und Patienten, die in den ambulanten und stationären Einrichtungen der Thüringer Suchthilfe beraten und behandelt wurden. Insgesamt betreuen 124 Einrichtungen abhängigkeitskranke Menschen in Thüringen.
Autor: red

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